bfb-Online-Intensivkurs – Barrierefreies Bauen für Beauftragte für Menschen mit Behinderungen

Ab 29. November 2022 – Online-Einführungskurs in 6 Live-Modulen!

Behindertenbeauftrage werden im Rahmen von Bauprojekten und städtebaulichen Planungen immer häufiger um Stellungnahmen gebeten. Grundlage sind meist Genehmigungsunterlagen, Pläne und Konzepte oder Begehungen vor Ort. Die in der Regel „baufremden“ Behindertenbeauftragten stehen dabei vor der Herausforderung, die vorgelegten Planungen und Bauprojekte richtig einschätzen und verstehen zu können.
Um das erforderliche Maß an Inklusion und Barrierefreiheit wird dabei oft gerungen. Behindertenbeauftragte müssen daher den (bau)rechtlichen Rahmen und dessen Spielräume genau kennen, um ihre Interessen sicher vertreten und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten argumentieren zu können. Denn die Anforderungen sind komplex und nicht immer eindeutig. Hinzu kommen unterschiedliche Interessen und Wünsche von Bauherren und Betreibern, Architekten und Planern, Genehmigungsbehörden und Kommunen sowie Behindertenvertretern, die mal mehr oder mal weniger konfrontativ aufeinanderprallen 

Der Online-Intensivkurs speziell für Behindertenbeauftrage

  • … vermittelt Ihnen die grundlegenden Kenntnisse rund ums Bauen, angefangen bei der Darstellung in Bauvorlagen und Plänen, Barrierefrei-Konzepten und Genehmigungsunterlagen.
  • … liefert anhand von Praxisbeispielen fundierte Kenntnisse rund um die komplexen Bauvorschriften zum barrierefreien Bauen – vom gesetzlichen Mindeststandard bis hin zu vorbildlich inklusiven Lösungen.
  • … erleichtert Ihnen die Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und hilft Ihnen dabei bedarfsgerechte und konsensfähige Lösungen zu entwickeln.
  • … unterstützt Sie beim Erstellen eigener Stellungnahmen und Beurteilungen.

Aufbauend auf den Intensivkurs bieten wir im Frühjahr 2023 einen zweitägigen, ergänzenden Workshop an. Mehr dazu >>

An wen richtet sich der Online-Intensivkurs? 

Der bfb-Online-Intensivkurs richtet sich an Beauftragte für Menschen mit Behinderungen ohne baufachlichen Hintergrund auf städtischer bzw. kommunaler Ebene.  Er besteht aus 6 Online-Seminaren à 3 Stunden und findet vom 29. November bis 8. Dezember 2022 statt.
Die Online-Seminare können sowohl einzeln als auch als Komplett-Paket gebucht werden. Sie haben nicht die Möglichkeit an allen Terminen live und persönlich teilzunehmen? Kein Problem: Die einzelnen Live-Seminare werden aufgezeichnet und stehen Ihnen anschließend für 4 Wochen als Video-Stream zur Verfügung. Sie erhalten nach Abschluss des Online-Intensivkurses ein Zertifikat, mit dem Sie Ihre Teilnahme an der Fortbildung belegen können.

Zufriedenen Teilnehmer-Stimmen der vorherigen Kurse 2020/2021:

„Sehr gute Wissensvermittlung anhand vieler Praxisbeispiele, wertvolles Wissen für den Job/Ehrenamt im Bereich der Barrierefreiheit.“ – Jochen Halbauer

„Nach dieser Fortbildung werde ich jede Begehung mit anderen Augen sehen!“ – Brigitte Tolle, Beirat für Menschen mit Behinderung im Landkreis Northeim (Ehrenamt)

„Unbedingt empfehlenswert“ – Behindertenbeauftragter Gemeinde Hebertshausen


Pläne lesen und verstehen (Modul 1)

Dienstag | 29. November 2021 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Systematik der Bauvorlage: Welcher Plan dient wofür?
  • Praxisbeispiele: Typische Darstellungen in Bauzeichnungen und Planunterlagen sowie ihre Bedeutung

Beauftragte für Menschen mit Behinderung müssen häufig Stellungnahmen zu geplanten Bauvorhaben abgeben. Basis der Beurteilung sind unterschiedlichste Zeichnungen und Planungsstände, aus denen die nötigen Informationen herausgelesen werden müssen. Entwurfspläne, Baugenehmigungsunterlagen, Detailpläne usw. sind jedoch für Personen ohne baufachlichen Hintergrund nicht ohne weiteres verständlich.
Dieses Modul vermittelt Ihnen das wesentliche technische Basiswissen, um Pläne und Zeichnungen richtig lesen und verstehen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei typische Praxisbeispiele. Sie erfahren, wie Sie die zur Beurteilung der Barrierefreiheit nötigen Detailinformationen daraus ablesen können und was diese im Einzelnen bedeuten.


(Bau-)Rechtliche Grundlagen zur Barrierefreiheit (Modul 2)

Mittwoch | 30. November 2022 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Rollen und Beteiligte im Planungs- und Bauprozess
  • Erläuterung, Abgrenzung und Hintergründe der rechtlichen Grundlagen
  • Bauordnungsrecht:
    – Länderspezifische, bauordnungsrechtliche Verordnungen (Landesbauordnungen, Technische Baubestimmung, Sonderbauverordnungen, flankierende Vorschriften)
    – Abgrenzung zum Arbeitsstättenrecht und Arbeitsstättenverordnung
    – Unterscheidung zwischen öffentlich zugänglichen und nicht öffentlichen Bereichen sowie Besucher-/Benutzerverkehr
  • Überblick zur Normengruppe DIN 18040 sowie zu wichtigen Begleitnormen (DIN 32975, DIN 32984 u.a.)

Die Anforderungen an die Barrierefreiheit sind komplex und in unterschiedlichen Verordnungen geregelt. Deren Vorgaben sind nicht immer eindeutig, manchmal widersprüchlich und je nach Anwendungsfall gibt es Ausnahmen und Besonderheiten. Dieses Modul erläutert Ihnen die bauordnungsrechtlichen Grundlagen und das Zusammenspiel mit der zentralen Normenreihe DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“ und wo diese in welchem Umfang anzuwenden ist.


Öffentlich zugängliche Gebäude (Modul 3)

Donnerstag | 1. Dezember 2022 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Anforderungen nach DIN 18040-1 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude“
  • Anforderungen an Infrastruktur und Erschließung (z.B. Eingänge, Treppen, Aufzüge, Rampen usw.) sowie die verschiedenen Funktionsbereiche
  • Besonderheiten einzelner Bauteile und Ausstattungen, inkl. Beispiel- und Alternativlösungen

Öffentlich zugängliche Gebäude müssen barrierefrei nutzbar sein. Je nach Bundesland und Gebäudeart sind im Genehmigungsverfahren auch spezielle Barrierefrei-Konzept gefordertin denen Bauherren und Planer die geplanten Maßnahmen zur Umsetzung genau darstellen und beschreiben. Diese Modul erläutert Ihnen, wie die DIN 18040-1 konkret angewendet werden muss. Sie erfahren, wie die verschiedenen Gebäudeteile im öffentlich zugänglichen Bereich barrierefrei gestaltet werden können, welche Kriterien dabei zu beachten sind und wie beispielhafte Lösungen und Alternativen im Neubau und Bestand aussehen. 


Wohnungsbau (Modul 4)

Dienstag | 6. Dezember 2022 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Anforderungen nach DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“
  • Länderspezifische, bauordnungsrechtliche Verordnungen: Landesbauordnung und Technische Baubestimmung
  • Unterscheidung B-Standard (barrierefrei) und R-Standard (barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar)
  • Anforderungen an Infrastruktur und Erschließung (u. a. Eingänge, Treppen, Aufzüge, Rampen), Funktionsbereiche innerhalb der Wohnung (u. a. Bad, Küche) und Besonderheiten der Bauteile (u. a. Balkone/Terrassen, Schwellen, Türen, Bewegungsflächen), inkl. Beispiellösungen

Die Bedeutung von barrierefreiem Wohnraum wächst, auch im Hinblick auf den demografischen Wandel. Entsprechende Anforderungen beschreibt die DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen  Teil 2: Wohnungen“ und unterscheidet dabei zwischen den Standards „barrierefrei“ und „rollstuhlgerecht“. In diesem Modul erhalten Sie fundierte Kenntnisse zu Schutzzielen und Kriterien sowie zur konkreten Umsetzung barrierefreier Wohngebäude  


Wege, Leitsysteme und Bodenindikatoren (Modul 5)

Mittwoch | 7. Dezember 2022 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Bodengebundene Leitsysteme im öffentlichen Raum sowie innerhalb von Gebäuden
  • Einführung in DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“
  • Verlegesystematik und Regeldetails, Materialien
  • Praxisbeispiele und Alternativen

Bodengebundene Leitsysteme sind wichtige Bausteine für die barrierefreie Orientierung, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen. In der Praxis gehen falsch verlegte Leitsysteme dagegen oft am Bedarf vorbei, verursachen hohe Kosten und „stören“ im schlimmsten Fall mehr als dass sie nützen. Das Modul vermittelte Ihnen das nötige Verständnis der Anforderungen und Zusammenhänge zur Gestaltung von funktionierenden, bedarfsgerechten Leitsystemen innerhalb und außerhalb von Gebäuden.


Stellungnahmen & Beurteilungen (Modul 6)

Donnerstag | 8. Dezember 2022 | ca. 9:00 bis 13:00 Uhr

  • Zielsetzung und Inhalte verschiedener Stellungnahmen
  • Musteraufbau und Textbausteine
  • Fallbeispiele zu typischen Fragestellungen

Stellungnahmen von Behindertenbeauftragen dienen zunehmend als Entscheidungsgrundlage für die Baugenehmigungsbehörde, den Bauherrn oder Fördermittelgeber. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, die an Inhalt, Form und fachliche Qualität solcher Beurteilungen gestellt werden. Dabei geht es neben Neubauprojekten auch um bestehende Gebäude und Nachrüstungen im Bestand. Das Modul vermittelt Ihnen zum einen das nötige Handwerkszeug, um fundierte Stellungnahmen zu verfassen.


Unsere Referentinnen und Referenten

Dipl.-Ing. (FH) Lutz Engelhardt ist Architekt und Sachverständiger für Barrierefreies Bauen. Zusammen mit Nadine Metlitzky gründete er das Factus 2 Institut und ist seit vielen Jahren als Referent in der Aus- und Weiterbildung tätig. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber und Autor des „Atlas barrierefrei bauen“.

Dipl.-Ing. (FH) Nadine Metlitzky ist Architektin, ö.b.u.v. Sachverständige für Barrierefreies Bauen und Referentin für Barrierefreiheit bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Sie ist Mitglied im Normenausschuss zur DIN 18040, beteiligt sich im VDI-Fachausschuss Barrierefreiheit sowie im AHO-Arbeitskreis Barrierefreies Bauen. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin und Autorin des „Atlas barrierefrei bauen“.

Dipl.-Ing. Susanne Trabandt ist Architektin, Sachverständige für Barrierefreies Planen und Bauen sowie Leiterin des USEability LAB am IHD, Dresden. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung und gehört zum Autorenteam des „Atlas barrierefrei bauen“.

Moderiert wird der sechstägige Onlinekurs von Tanja Buß, Dipl.-Ing. Architektin, Leitung Geschäftsfeld bfb barrierefrei bauen bei Mediengruppe Rudolf Müller.


Wie läuft ein Online-Seminar ab?

Die Module des Online-Intensivkurses finden als interaktive Live-Seminare statt. So können Sie ganz bequem und sicher vom Home Office oder Büro aus daran teilnehmen. Während der Online-Seminare besteht im Chat die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen. Ihren Zugang sowie eine Anleitung erhalten Sie etwa eine Woche vorher per E-Mail als Link. Der bfb-Online-Intensivkurs startet unter diesem Link jeweils zu den genannten Zeitpunkten. Bitte testen Sie Ihren Zugang vorab, um technische Probleme am Tag des Online-Seminars zu vermeiden. Voraussetzungen für die Teilnahme sind:

  • ein aktueller Browser (Firefox, Chrome, Edge)
  • ein Audioausgang für Kopfhörer oder Lautsprecher.

So beurteilen Teilnehmer den bfb-Online-Intensivkurs:

„Ob Moderation oder Fachexperten: Es war sehr verständlich erläutert und mit Bildern in der Präsentation toll dargestellt.“

„Für Beauftragte für Menschen mit Behinderung empfinde ich die Teilnahme als elementar. Sowohl das Wissen als auch die Werkzeuge für unseren Arbeitsalltag wurden anschaulich und umfänglich dargestellt.“ – Julian Wendel, kommunaler Behindertenbeauftragter

„Ein Muss für Einsteiger – und auch Fortgeschrittene.“

„Super informativ, sehr hilfreich bei der zukünftigen Tätigkeit.“