bfb-Online-Intensivkurs – Barrierefreies Bauen für Beauftragte für Menschen mit Behinderungen

 

Online-Einführungskurs in 6 Live-Modulen ab 24. November 2020!

Behindertenbeauftrage werden im Rahmen von Bauprojekten und städtebaulichen Planungen immer häufiger um Stellungnahmen gebeten. Grundlage sind meist Genehmigungsunterlagen, Pläne und Konzepte oder Begehungen vor Ort. Die in der Regel „baufremden“ Behindertenbeauftragten stehen dabei vor der Herausforderung, die vorgelegten Planungen und Bauprojekte richtig einschätzen und verstehen zu können.  

Um das erforderliche Maß an Inklusion und Barrierefreiheit wird dabei oft gerungen. Behindertenbeauftragte müssen daher den (bau)rechtlichen Rahmen und dessen Spielräume genau kennen, um ihre Interessen sicher vertreten und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten argumentieren zu können. Denn die Anforderungen sind komplex und nicht immer eindeutig. Hinzu kommen unterschiedliche Interessen und Wünsche von Bauherren und Betreibern, Architekten und Planern, Genehmigungsbehörden und Kommunen sowie Behindertenvertretern, die mehr oder weniger konfrontativ aufeinanderprallen 

Der Online-Intensivkurs speziell für Behindertenbeauftrage

  • … vermittelt Ihnen die grundlegenden Kenntnisse rund ums Bauen, angefangen bei der Darstellung in Bauvorlagen und Plänen, Barrierefrei-Konzepten und Genehmigungsunterlagen.
  • … liefert anhand von Praxisbeispielen fundierte Kenntnisse rund um die komplexen Bauvorschriften zum barrierefreien Bauen – vom gesetzlichen Mindeststandard bis hin zu vorbildlich inklusiven Lösungen.
  • … erleichtert Ihnen die Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und hilft Ihnen dabei bedarfsgerechte und konsensfähige Lösungen zu entwickeln.
  • … unterstützt Sie beim Erstellen eigener Stellungnahmen und Beurteilungen. 

An wen richtet sich der Online-Intensivkurs? 

Der bfb-Online-Intensivkurs richtet sich an Beauftragte für Menschen mit Behinderungen ohne baufachlichen Hintergrund auf städtischer bzw. kommunaler Ebene.  Er besteht aus 6 Online-Seminaren à 3 Stunden und findet zwischen dem 24. November und 3. Dezember 2020 statt. Die Online-Seminare können sowohl einzeln als auch als Komplett-Paket gebucht werden. Sie haben nicht die Möglichkeit an allen Terminen live und persönlich teilzunehmen? Kein Problem: Die einzelnen Live-Seminar werden aufgezeichnet und stehen Ihnen anschließend für 4 Wochen als Video-Stream zur Verfügung.
Sie erhalten nach Abschluss des Online-Intensivkurses ein Zertifikat, mit dem Sie Ihre Teilnahme an der Fortbildung belegen können. Frühbucherpreis bis 30. September!


Pläne lesen und verstehen (Modul 1)

Dienstag | 24. November 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Systematik der Bauvorlage: Welcher Plan dient wofür?
  • Praxisbeispiele: Typische Darstellungen in Bauzeichnungen und Planunterlagen sowie ihre Bedeutung

Beauftragte für Menschen mit Behinderung müssen häufig Stellungnahmen zu geplanten Bauvorhaben abgeben. Basis der Beurteilung sind unterschiedlichste Zeichnungen und Planungsstände, aus denen die nötigen Informationen herausgelesen werden müssen. Entwurfspläne, Baugenehmigungsunterlagen, Detailpläne usw. sind jedoch für Personen ohne baufachlichen Hintergrund nicht ohne weiteres verständlich.
Dieses Modul vermittelt Ihnen das wesentliche technische Basiswissen, um Pläne und Zeichnungen richtig lesen und verstehen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei typische Praxisbeispiele. Sie erfahren, wie Sie die zur Beurteilung der Barrierefreiheit nötigen Detailinformationen daraus ablesen können und was diese im Einzelnen bedeuten.

 


(Bau-)Rechtliche Grundlagen zur Barrierefreiheit (Modul 2)

Mittwoch | 25. November 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Rollen und Beteiligte im Planungs- und Bauprozess
  • Erläuterung, Abgrenzung und Hintergründe der rechtlichen Grundlagen
  • Bauordnungsrecht:
    – Länderspezifische, bauordnungsrechtliche Verordnungen (Landesbauordnungen, Technische Baubestimmung, Sonderbauverordnungen, flankierende Vorschriften)
    – Abgrenzung zum Arbeitsstättenrecht und Arbeitsstättenverordnung
    – Unterscheidung zwischen öffentlich zugänglichen und nicht öffentlichen Bereichen sowie Besucher-/Benutzerverkehr
  • Überblick zur Normengruppe DIN 18040 sowie zu wichtigen Begleitnormen (DIN 32975, DIN 32984 u.a.)

Die Anforderungen an die Barrierefreiheit sind komplex und in unterschiedlichen Verordnungen geregelt. Deren Vorgaben sind nicht immer eindeutig, manchmal widersprüchlich und je nach Anwendungsfall gibt es Ausnahmen und Besonderheiten. Dieses Modul erläutert Ihnen die bauordnungsrechtlichen Grundlagen und das Zusammenspiel mit der zentralen Normenreihe DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“ und wo diese in welchem Umfang anzuwenden ist.

 


Öffentlich zugängliche Gebäude (Modul 3)

Donnerstag | 26. November 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Anforderungen nach DIN 18040-1 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude“
  • Anforderungen an Infrastruktur und Erschließung (z.B. Eingänge, Treppen, Aufzüge, Rampen usw.) sowie die verschiedenen Funktionsbereiche
  • Besonderheiten einzelner Bauteile und Ausstattungen, inkl. Beispiel- und Alternativlösungen

Öffentlich zugängliche Gebäude müssen barrierefrei nutzbar sein. Je nach Bundesland und Gebäudeart sind im Genehmigungsverfahren auch spezielle Barrierefrei-Konzept gefordertin denen Bauherren und Planer die geplanten Maßnahmen zur Umsetzung genau darstellen und beschreiben. Diese Modul erläutert Ihnen, wie die DIN 18040-1 konkret angewendet werden muss. Sie erfahren, wie die verschiedenen Gebäudeteile im öffentlich zugänglichen Bereich barrierefrei gestaltet werden können, welche Kriterien dabei zu beachten sind und wie beispielhafte Lösungen und Alternativen im Neubau und Bestand aussehen. 

  


Wohnungsbau (Modul 4)

Dienstag | 1. Dezember 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Anforderungen nach DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“
  • Länderspezifische, bauordnungsrechtliche Verordnungen: Landesbauordnung und Technische Baubestimmung
  • Unterscheidung B-Standard (barrierefrei) und R-Standard (barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar)
  • Anforderungen an Infrastruktur und Erschließung (u. a. Eingänge, Treppen, Aufzüge, Rampen), Funktionsbereiche innerhalb der Wohnung (u. a. Bad, Küche) und Besonderheiten der Bauteile (u. a. Balkone/Terrassen, Schwellen, Türen, Bewegungsflächen), inkl. Beispiellösungen

Die Bedeutung von barrierefreiem Wohnraum wächst, auch im Hinblick auf den demografischen Wandel. Entsprechende Anforderungen beschreibt die DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen  Teil 2: Wohnungen“ und unterscheidet dabei zwischen den Standards „barrierefrei“ und „rollstuhlgerecht“. In diesem Modul erhalten Sie fundierte Kenntnisse zu Schutzzielen und Kriterien sowie zur konkreten Umsetzung barrierefreier Wohngebäude  

  


Wege, Leitsysteme und Bodenindikatoren (Modul 5)

Mittwoch | 2. Dezember 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Bodengebundene Leitsysteme im öffentlicher Raum sowie innerhalb von Gebäuden
  • Einführung in DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“
  • Verlegesystematik und Regeldetails, Materialien
  • Praxisbeispiele und Alternativen

Bodengebundene Leitsysteme sind wichtige Bausteine für die barrierefreie Orientierung, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen. In der Praxis gehen falsch verlegte Leitsysteme dagegen oft am Bedarf vorbei, verursachen hohe Kosten und „stören“ im schlimmsten Fall mehr als dass sie nützen. Das Modul vermittelte Ihnen das nötige Verständnis der Anforderungen und Zusammenhänge zur Gestaltung von funktionierenden, bedarfsgerechten Leitsystemen innerhalb und außerhalb von Gebäuden.

  


Stellungnahmen & Beurteilungen (Modul 6)

Donnerstag | 3. Dezember 2020 | 9:15 bis ca. 12:30 Uhr

  • Zielsetzung und Inhalte verschiedener Stellungnahmen
  • Musteraufbau und Textbausteine
  • Fallbeispiele zu typische Fragestellungen

Stellungnahmen von Behindertenbeauftragen dienen zunehmend als Entscheidungsgrundlage für die Baugenehmigungsbehörde, den Bauherrn oder Fördermittelgeber. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, die an Inhalt, Form und fachliche Qualität solcher Beurteilungen gestellt werden. Dabei geht es neben Neubauprojekten auch um bestehende Gebäude und Nachrüstungen im Bestand. Das Modul vermittelt Ihnen zum einen das nötige Handwerkszeug, um fundierte Stellungnahmen zu verfassen.

  


Die Referenten

Dipl.-Ing. (FH) Lutz Engelhardt ist Architekt und Sachverständiger für Barrierefreies Bauen. Zusammen mit Nadine Metlitzky führt er das Factus 2 Institut und ist seit vielen Jahren als Referent in der Aus- und Weiterbildung tätig. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber und Autor des „Atlas barrierefrei bauen“.

Dipl.-Ing. (FH) Nadine Metlitzky ist Architektin und ö.b.u.v. Sachverständige für Barrierefreies Bauen. Zusammen mit Lutz Engelhardt führt sie das Factus 2 Institut. Nadine Metlitzky beteiligt sich im VDI-Fachausschuss Barrierefreiheit sowie im AHO-Arbeitskreis Barrierefreies Bauen. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin und Autorin des „Atlas barrierefrei bauen“.


Wie läuft ein Online-Seminar ab?

Die Module des Online-Intensivkurses finden als interaktive Live-Seminare statt. So können Sie ganz bequem und sicher vom Home Office oder Büro aus daran teilnehmen. Während der Online-Seminare besteht im Chat die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen. Ihren Zugang sowie eine Anleitung erhalten Sie etwa eine Woche vorher per E-Mail als Link. Der bfb-Online-Intensivkurs startet unter diesem Link jeweils zu den genannten Zeitpunkten. Bitte testen Sie Ihren Zugang vorab, um technische Probleme am Tag des Online-Seminars zu vermeiden. Voraussetzungen für die Teilnahme sind:

  • ein aktueller Browser (Firefox, Chrome, Edge)
  • ein Audioausgang für Kopfhörer oder Lautsprecher.

Teilnahmegebühr

Teilnahmegebühr für den Online-Intensivkurs: Frühbucherpreis bis zum 30. September € 599,-,
danach € 689,- jeweils zzgl. MwSt.
Die Module sind auch einzeln buchbar: Frühbucherpreis bis zum 30. September € 119,-  pro Modul,
danach € 129,- jeweils zzgl. MwSt.
Die Teilnahmegebühr ist nach Erhalt der Rechnung fällig.