Ein modernes Wohnhaus mit weißer Fassade und mehreren Fenstern sowie Balkonen.
Quelle: T. Buß, RM Rudolf Müller Medien

bfb unterwegs 2025-12-08T10:45:08.060Z bfb unterwegs ... Eifeler Rettungsbalkon?

Bei einer Wanderung durch die Eifel haben wir dieses Alten- und Pflegeheim entdeckt.

An der straßenseitigen Giebelfassade fallen kleine, auskragende Stahlbalkone auf, die mit offenen Metallgeländern umwehrt sind. An der Stirnseite der Balkone sind mit einem Schloss gesicherte Türflügel erkennbar, so dass man das Balkongeländer nach außen öffnen kann. Vermutlich handelt es sich hier um Rettungsbalkone, um die Evakuierung zu unterstützen.

Evakuierung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen 

Die Bewohner von Einrichtungen mit Pflege- und Betreuungsleistungen (z. B. von Altenpflegeheimen, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung) sind vielfach in ihrer Mobilität eingeschränkt oder z. B. wegen Demenzerkrankungen nicht zu einer eigenständigen Selbstrettung in der Lage. Im Notfall sind sie daher auf Hilfe durch das Betreuungspersonal und die Feuerwehr angewiesen. 

Das Bild zeigt ein modernes Wohnhaus mit zwei kleinen Balkonen an der Fassade. Der Himmel ist klar und blau, und im Hintergrund ist eine alte Steinmauer zu sehen.
Rettungsbalkone mit aufklappbarem Geländer an einer Alten- und Pflegeeinrichtung (Quelle: T. Buß, RM Rudolf Müller Medien)

Rettungsbalkone können hier sinnvolle Bestandteil des Evakuierungskonzeptes sein. Balkone haben, ähnlich wie Laubengänge, den Vorteil, dass man über die Balkontür praktisch direkt ins Freie gelangen kann. Anders als bei anleiterbaren Fenster müssen die fliehenden Personen also nicht im Inneren des Gebäudes auf die Feuerwehr warten, sondern können sich auf horizontaler Ebene in Sicherheit bringen. Um als wirksamer Fluchtweg zu gelten, ist jedoch entscheidend, wie der weitere Verlauf gestaltet ist und ob z.B. eine Treppe angeschlossen ist. In diesem Fall bietet der Balkon eine mit den Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle. Da das Geländer geöffnet werden kann, ist ein niveaugleicher Transfer in den Rettungskorb gewährleistet, was die Rettung von mobilitätseingeschränkten Personen z.B. im Rollstuhl deutlich erleichtern und beschleunigen kann.

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zuletzt editiert am 19. Dezember 2025