Im September 2026 wurden die Spielstätten am Offenbachplatz in Köln nach 14 Jahren endlich wieder eröffnet. Im Rahmen der 11. Fachtagung bfb barrierefrei bauen hatten die Teilnehmenden nun die Gelegenheit, das Ensemble bei einer exklusiven Führung aus nächster Nähe zu erleben.
Das denkmalgeschützte Nachkriegsensemble von Wilhelm Riphahn, bestehend aus Opernhaus, Opernterrassen und Schauspielhaus, wurde von einer ARGE rund um HPP Architekten umfassend saniert und erweitert. Ziel war es, die architektonische Qualität und Identität des Kulturdenkmals zu bewahren und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Betrieb zu schaffen. Im Rahmen der Sanierung wurden auch in Sachen Barrierefreiheit signifikante Verbesserungen erreicht, die teils in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Barrierefreies Köln entstanden sind.
Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse

Im Mittelpunkt der Führung standen die baulichen und organisatorischen Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Gezeigt wurden differenzierte Lösungen für verschiedene Personengruppen, darunter Rollstuhlnutzende, Menschen mit Gehbeeinträchtigungen (insbesondere Rollatornutzende) sowie Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen. Für Kinder gibt es in der bemerkenswerten, neuen Kinderoper sogar ein höhenverstellbares, barrierefreies WC.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Rolle des sogenannten „Vorderhauspersonals“. Überall dort, wo keine vollständige Barrierefreiheit erreicht werden kann, stehen sie unterstützend bereit - insbesondere auch im Evakuierungsfall. Schon im Vorfeld sorgen die Bühnen Köln für größtmögliche Transparenz: Die Website informiert umfassend über Barrieren und Unterstützungsangebote; die geschulten Kolleg:innen im Ticketservice helfen bei der Auswahl des besten Platzes, je nach persönlichem Bedarf.
Darüber hinaus wurde gezeigt, wie einzelne Inszenierungen der Opern- und Schauspielstücke selbst inklusiv erlebbar gemacht werden können, z. B. durch „Mehrsprachigkeit“ mit Gebärdensprache, Übertiteln, Tastführungen, Live-Erläuterungen oder Audiodeskriptionen.
Die Besichtigung wurde begleitet von Götz Broichheuser von HPP Architekten, Isabelle Pyka, Vermittlerin für Diversitätsmanagement der Bühnen Köln sowie Tanja Buß.