RECHT & FINANZIERUNG

barrierefrei-planen-bauen-1-2017

RECHT & FINANZIERUNG Anlage zum Merkblatt Altersgerecht Umbauen: Kredit (159), Investitionszuschuss (455) Technische Mindestanforderungen für Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz Für Kredit 159 gültig ab 01.04.16 Technische Mindestanforderungen und ergänzende Informationen für alle Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Schutz vor Wohnungseinbruch in bestehenden Wohngebäuden Anforderungen an Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz Die Technischen Mindestanforderungen definieren die technischen Mindeststandards, die für eine Förderung einzuhalten sind. Alternativ sind auch Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 (Norm für den Neubau von Wohngebäuden) in den einzelnen Förderbereichen förderfähig. Die nachfolgend in den Förderbereichen 1 bis 7 sowie im Abschnitt "Maßnahmen zum Einbruchschutz" in Fettdruck dargestellten Maßnahmen sind einzeln oder in Kombination mit anderen Maßnahmen förderfähig. Die Bestimmungen der jeweiligen Maßnahme sind vollständig umzusetzen. Förderbereich 1 - Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen (Sonstige Wohnumfeldmaßnahmen nur bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten) Wege zu Gebäuden sowie regelmäßig genutzte Einrichtungen (z. B. Stellplätze, Garagen, Sitz- und Spielplätze und Entsorgungseinrichtungen) müssen − mindestens 1,50 m breit sein. Ist dies baustrukturell nicht möglich, ist ein Mindestmaß von 1,20 m einzuhalten. − schwellen- und stufenlos sein. Ist dies baustrukturell nicht möglich, müssen Niveauunterschiede mittels technischer Fördersysteme oder Rampen überwunden werden können. − eben, rutschhemmend und mit festen Belägen ausgeführt werden. Umbau und Schaffung von altersgerechten Kfz-Stellplätzen sowie Abstellplätzen für Kinderwagen, Rollatoren/Rollstühlen, Fahrradständern sowie deren Überdachungen. Sämtliche Stellplätze müssen: − in der Nähe des Gebäudezugangs geschaffen werden. − schwellenlos zu Gehwegen gestaltet sein. − eine feste und ebene Bodenoberfläche aufweisen. − Kfz-Stellplätze müssen mindestens 3,50 m breit und 5,00 m tief sein. Ohne gesonderte technische Anforderungen: Sonstige Wohnumfeldmaßnahmen (nur bei bestehenden Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten): Anlage von (Hoch-)Beeten, Schaffung von Grünflächen, Baumbepflanzung in Verbindung mit Entsiegelungsmaßnahmen, Sichtschutz für Abfall- und Müllcontainer; Anlage und Ausbau privater Gemeinschaftsanlagen, z. B. Sitz- und Spielplätze. Förderbereich 2 - Eingangsbereich und Wohnungszugang Abbau von Barrieren und Schaffung von Bewegungsflächen: Barrierearme Haus- und Wohnungseingangstüren müssen − eine Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m erreichen. − in einer Höhe zwischen 0,85 m und 1,05 m Bedienelemente aufweisen. Stand: 11/2015 • Bestellnummer: 600 000 3631 KfW • Palmengartenstr. 5-9 • 60325 Frankfurt • Tel.: 069 7431-0 • Fax: 069 7431-2944 • www.kfw.de Infocenter • Tel.: 0800 5399002 (kostenfrei) • Fax: 069 7431-9500 Stand: 11/2015 • Bestellnummer: 600 000 3631 KfW • Palmengartenstr. 5-9 • 60325 Frankfurt • Tel.: 069 7431-0 • Fax: 069 7431-2944 • www.kfw.de Infocenter • Tel.: 0800 5399002 (kostenfrei) • Fax: 069 7431-9500 Seite 1 Im Merkblatt der KfW sind die konkreten technischen Mindeststandards, die für eine Förderung einzuhalten sind, detailliert beschrieben. Alternativ dazu sind aber auch Maßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 förderfähig. www.kfw.de DIE FÖRDERBEREICHE DER KFW › Wege und Maßnahmen im Wohnumfeld: Wege zum Haus, regelmäßig genutzte Stellplätze und Garagen sowie Abstellplätze für Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl › Eingangsbereich und Wohnungszugang: Abbau von Barrieren am Eingang, Schaffung von Bewegungsflächen, Wetterschutz › Ü berwindung von Niveauunterschieden: Aufzugsanlagen, Treppenlifte, Rampen, Umgestaltung von Treppen › A npassung der Raumgeometrie: Änderungen am Grundriss von Wohn- und Schlafräumen, Flur und Küche, Verbreiterung der Türen, Schwellenabbau, Erschließung oder Schaffung von Terrasse, Loggia oder Balkon › M aßnahmen für ein barrierefreies Bad: Anpassung des Raumgrundrisses, Einbau einer bodengleichen Dusche, Erneuerung von WC, Waschbecken und Badewanne › B edienelemente und Orientierung: Erneuerung der Bedienelemente, Einbau von Stütz- und Haltesystemen, intelligente Haustechnik › U mgestaltung von Gemeinschaftsräumen zum Mehrgenerationenwohnen Fotos: KfW Die förderfähigen Maßnahmen wie etwa eine schwellenlose Terrassentür Augen auf – bei der Förderung sind von der KfW genau definiert. Fördermöglichkeiten Die KfW unterstützt einen barrierefreien Umbau mit einem Kredit oder Investitionskostenzuschuss. Die genauen Anforderungen an die Maßnahmen unterscheiden sich allerdings in einigen Punkten von denen in der DIN 18040. Ulrich Wolf Jedes an der Sanierung beteiligte Fachunternehmen ist dazu verpflichtet, seine förderfähigen Kosten aufzulisten und diese auf der „Bestätigung des Fachunternehmens“ zu bescheinigen. Wurden mehrere Fachunternehmen beschäftigt, müssen entsprechend viele Fachunternehmerbestätigungen ausgefüllt und unterschrieben werden. Die Anforderungen weichen voneinander ab Da bei vielen Bestandsgebäuden eine völlige Barrierefreiheit weder umsetzbar noch in jedem Fall notwendig ist, definiert die KfW den Bauherren sogenannte Förderbausteine, die als Einzelmaßnahmen beliebig kombinierbar sind. Allerdings müssen diese Bausteine den technischen Mindestanforderungen entsprechen und durch Fachbetriebe ausgeführt werden. Die Mindestanforderungen der KfW und die Vorschriften in der DIN 18040-2 unterscheiden sich in einigen Punkten. Während die Anforderungen aus der DIN in vielen Fällen detaillierter definiert sind, ist es Bauherren und Fachunternehmern angeraten, auch einen Blick in die „förderfähigen Maßnahmen“ der KfW zu werfen. Sowohl DIN als auch KfW fordern für Wohnungseingangstüren eine Durchgangsbreiten von min. 90 cm. Unter dem Kreditprogramm 159 „Altersgerecht umbauen“ bietet die KfW zinsgünstige Darlehen für bauliche Maßnahmen zur Barrierereduzierung. Pro Wohneinheit werden dem Bauherrn so bis zu 50.000 Euro als Kreditmittel für einen Zinssatz ab 1 % effektivem Jahreszins zur Verfügung gestellt. Zu den förderfähigen Investitionskosten zählen neben den eigentlichen Bauarbeiten auch schon die Planungs- und Beratungskosten, die bei einem barrierefreien Umbau nicht zu unterschätzen sind. Alternativ zum Kredit kann auch ein Zuschuss nach dem Förderprogramm 455 beantragt werden. Finanziert werden hier 10 % der förderfähigen Investitionskosten bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit. Wer gleich auf den Standard „altersgerechtes Haus“ abzielt, kann noch etwas mehr bekommen, nämlich bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit (12,5 % der förderfähigen Investitionskosten). Wichtig ist, dass der Kredit oder Zuschuss bereits vor Beginn der Sanierung beantragt wird, eine nachträgliche Finanzierung oder Umschuldung über die KfW ist nicht möglich. Grundsätzlich werden nur die Leistungen von Fachunternehmen finanziert, ambitionierte Heimwerker bekommen nichts. 38 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017 Seite 2 Anlage zum Merkblatt Altersgerecht Umbauen: Kredit (159), Investitionszuschuss (455) Technische Mindestanforderungen für Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz − mit geringem Kraftaufwand zu bedienen sein. − auf der Innenseite eine ausreichende Bewegungsfläche aufweisen. Ist dies baustrukturell nicht möglich, können nach außen aufschlagende Türen verwendet werden, sofern auf der Außenseite eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 x 1,50 m oder 1,40 m x 1,70 m vorhanden ist. − stufen- und schwellenlos sein. Ist dies baustrukturell nicht möglich, dürfen Schwellen maximal 20 mm hoch sein. − bei Austausch einen U-Wert von maximal 1,3 W/(m²·K) aufweisen, sofern es sich um Außentüren als Teil der thermischen Hülle des Gebäudes handelt. Flure außerhalb von Wohnungen müssen − mindestens 1,20 m breit sein. Neue Außenlaubengänge müssen − mindestens 1,50 m breit sein. Ohne gesonderte technische Anforderungen: Nachträgliche Maßnahmen zum Wetterschutz, z. B. Windfänge. Förderbereich 3 - Vertikale Erschließung/Überwindung von Niveauunterschieden Einbau, Nachrüstung oder Verbesserung von Aufzugsanlagen als Anbauten oder Einbauten: Aufzüge müssen − Geschosse stufenlos erschließen. Ist dies baustrukturell nicht möglich, können auch Zwischengeschosse erschlossen werden. − Kabineninnenmaße von mindestens 1,10 m Breite und 1,40 m Tiefe aufweisen. Ist dies baustrukturell nicht möglich, müssen die Kabinen mindestens 1,00 m breit und 1,25 m tief sein. In diesem Fall sind Aufzüge mit über Eck angeordneten Türen unzulässig. − bei den Aufzugskabinentüren Durchgangsbreiten von mindestens 0,90 m aufweisen. Ist dies baustrukturell nicht möglich, müssen die Durchgänge mindestens 0,80 m breit sein. − an allen Zugängen über einen Bewegungsraum von mindestens 1,50 m Tiefe verfügen. Ist dies baustrukturell nicht möglich, muss eine Tiefe von mindestens 1,20 m eingehalten werden. − mit horizontalen Bedientableaus in einer Bedienhöhe von 0,85 m bis 1,05 m über Kabinenboden ausgestattet sein. Ist dies baustrukturell nicht möglich, können vertikale Bedientableaus bis maximal 1,20 m über Kabinenboden eingebaut werden. Dies gilt auch für die Bedienelemente in den erschlossenen Etagen. − mit Bedientableaus mit ausreichend großen Befehlsgebern ausgestattet sein sowie über eine Notruf- und Alarmfunktion verfügen. Barrierereduzierende Umgestaltung von Treppenanlagen: Treppen müssen − beidseitige Handläufe ohne Unterbrechung über alle Geschosse aufweisen, wobei die Enden der Handläufe nicht frei in den Raum ragen dürfen. Darüber hinaus enthält die DIN aber auch eine Vorgabe zur lichten Höhe (min. 2,05 m). Auch bei Rampen gibt es Unterschiede. DIN fordert eine nutzbare Breite von min. 1,20 m, nach KfW genügt 1,00 m. Um Missverständnisse oder Probleme bei der Abnahme von vornherein zu vermeiden, sind deshalb beide Regelwerke zu berücksichtigen und die jeweils strengere Vorgabe zu einer Maßnahme zu vereinbaren.


barrierefrei-planen-bauen-1-2017
To see the actual publication please follow the link above