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Das gesamte Türpaket inklusive Rahmen misst lediglich 150 mm. Bei Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen lässt sich damit Platz gewinnen. in Bewegung gesetzt, das Schachtgerüst ist in der Regel selbsttragend. Durch die konsequente Vereinfachung der Bauart ist ein Plattformlift um etwa die Hälfte günstiger als ein herkömmlicher Aufzug. Einen Haken hat das Ganze, und der ist in der Praxis nicht unerheblich. Plattformlifte sind keine Aufzüge im eigentlichen Sinne und unterliegen damit nicht der Aufzugsrichtlinie 95/16/EG, sondern sie gelten als Maschinen, deren technische Grundlage die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG bildet. Anders als bei Aufzügen, die mit einer automatischen Fahrt nach Aufforderung ausgestattet sind und damit von jedermann bedient werden dürfen, funktionieren Plattformlifte mit einer sogenannten Totmannsteuerung, bei der ein Knopf oder Schalter permanent während der Fahrt gedrückt werden muss. Maschinen, und damit auch Plattformlifte, dürfen nur durch eingewiesene Personen über 18 Jahre bedient und benutzt werden. Das ist der Grund, warum diese Art der Vertikalerschließung für öffentliche Gebäude nur im Einzelfall genehmigungsfähig ist. Im Individualbereich kommen Plattformlifte aber TECHNIK & PRODUKTE Plattformlifte sind Maschinen die nur von eingewiesenen Personen bedient werden dürfen. durchaus zum Einsatz. Allerdings führt der Einbau nicht zu einer barrierefreien Erschließung im Sinne der Bauordnung. Platzreservenutzen nutzen: Durch den Einbau von schlanken Aufzugtüren kann Raum in der Kabine gewonnen werden. RECHTSTIPP Als bisher einziges Bundesland hat Bayern die Kriterien für Plattformaufzüge im Bestand konkretisiert. Liste der Technischen Baubestimmungen (Fassung Januar 2015), Anlage 7.3/01 zu DIN 18040-1 (Auszug): DIN 18040-1 berücksichtigt Plattformaufzüge nicht. Vertikale Plattformaufzüge sind bei Änderungen baulicher Anlagen für die barrierefreie Erreichbarkeit zur Überwindung von höchstens einem Geschoss zulässig, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: › Die Förderplattform muss mindestens 110 cm x 140 cm groß sein und mindestens 110 cm hoch sicher umkleidet sein (Innenkabine); › e in Durchblick muss auch in sitzender Position möglich sein, › die Nennlast ist auf mindestens 360 kg auszulegen, › die Benutzbarkeit muss ohne fremde Hilfe und nicht ausschließlich für Rollstuhlnutzer möglich sein und › die räumlichen Bedingungen außerhalb des Plattformaufzugs sind entsprechend Abschnitt 4.3.5 auszuführen. 1.2017 BARRIEREFREI planen & bauen 31


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