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Plattformlifte sind eine platzsparende Alternative zu konventionellen Aufzügen, aber nicht überall einsetzbar. Nachrüstungsbeschluss – Aufzüge im Bestand verbessern Aufzugtechnik Fehlende oder zu klein bemessene Aufzüge sind ein enormes Hindernis auf dem Weg zur Barriere freiheit eines Gebäudes. Moderne Aufzugstechnik macht eine Anpassung an die Erfordernisse mittlerweile ohne großen Aufwand möglich. Es sind nicht nur das Alter oder körperliche Einschränkungen, die eine Teilhabe am öffentlichen Leben einschränken, auch bestehende Unzulänglichkeiten bei der Bauplanung in der Vergangenheit tragen ihren Teil dazu bei. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich werden deshalb viele Projekte angestoßen, die Gebäude nachträglich barrierefrei machen oder vorhandene Barrieren zumindest reduzieren. Noch bis in die 1980er-Jahre hinein wurde bei vielen öffentlichen Gebäuden mit nur wenigen Stockwerken auf einen Aufzug verzichtet, wie etwa bei kleineren Rathäusern, Pfarrheimen oder Gemeindehäusern. Hier wird der nachträgliche Einbau eines Aufzuges oft gescheut, weil die Kosten im Verhältnis zur geringen Nutzerzahl sehr hoch sind. Der Einbau ist allerdings auch unter schwierigen Raumverhältnissen durchaus realisierbar, wenn man den Platz an der richtigen Stelle einspart. So einfach lässt sich Platz in bestehenden Aufzügen gewinnen Aber auch in bereits eingebauten Aufzügen stecken mitunter noch Platzreserven. Da wo jeder Zentimeter zählt, können in öffentlichen Gebäuden die vorhandenen Aufzüge nachgerüstet werden, um die Nutzung auch für Rollstuhlfahrer nachträglich zu ermöglichen. Durch den Austausch der konventionellen, relativ dicken Teleskopaufzugtüren gegen eine Variante mit geringerer Türpaketdicke lässt sich wertvolle zusätzliche Fläche innerhalb der Aufzugskabine gewinnen. Immerhin 15 cm zusätzlichen Raum in der Kabinentiefe verspricht beispielsweise der Aufzughersteller Riedl mit seiner neuen Generation von Aufzugtüren bei gleichzeitiger Einhaltung aller geltenden Brandschutzbestimmungen und Festigkeitsanforderungen. Das genügt, um nach dem Umbau statt sechs gleich acht Personen im Aufzug Platz zu bieten. Die Grundfläche reicht dann auch für einen Rollstuhl mit Begleitperson oder größere Elektrorollstühle aus. Ähnlich wie die Reduzierung des Schachtkopfes im Aufzugbau noch kein Ende genommen hat, wird auch die Paketdicke bei den Türen in den nächsten Jahren immer geringer werden. Schmale Schiebetüren werden in Zukunft Standard sein. Sind Plattformlifte eine sinnvolle Alternative zu Aufzügen? Senkrecht fahrende Plattformlifte werden gerne als preisgünstige Alternative zum Aufzug mit massivem Schacht angepriesen. Als Aufzug ohne Schachtkopf und ohne Schachtgrube lässt sich so ein Plattformlift in neue oder bestehende Gebäude tatsächlich einfach und vergleichsweise preiswert integrieren. Ein gemauerter Schacht und ein separater Maschinenraum sind für den Einbau nicht erforderlich. Anstatt einer geschlossenen Kabine wird eine Plattform 30 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017 Fotos & Grafik: Riedl TECHNIK & PRODUKTE


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