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TECHNIK & PRODUKTE und Risiken vorliegen. Erfolgt dies nicht, ist die vom Planer angedachte konstruktive Lösung – auch wenn diese schadenfrei ist – nach der VOB als Mangel anzusehen. Der Planer setzt sich somit einem verhältnismäßig hohen Haftungsrisiko für eine eventuell bauordnungsrechtlich notwendige, jedoch nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechende Lösung aus. Ein Bauherr kann nur darüber entscheiden, ob er die angedachte Sonderlösung und die damit verbundenen Risiken mittragen kann. Sollte er sich dagegen entscheiden, ist der Planer verpflichtet, dem Bauherrn eine alternative Lösung vorzustellen. Nur so kann er dem erhöhten Haftungsrisiko entgehen. AUTOREN Dipl.-Ing. (FH) Lutz Engelhardt Architekt Sachverständiger Factus 2 Institut Dipl.-Ing. (FH) Nadine Metlitzky Architektin ö. b. u. v. Sachverständige für Barrierefreies Bauen (IHK Erfurt) Factus 2 Institut Durch ein verschmutztes Entwässerungssystem kann es zur unkontrollierten Ableitung von Niederschlag und zu konstruktiven Schäden kommen. Foto: Factus 2 Institut FORMULIERUNGSVORSCHLAG FÜR EINE VERTRAGLICHE VEREINBARUNG ZWISCHEN PLANER UND BAUHERR „Zur Umsetzung der bauordnungsrechtlichen Vorgaben im Hinblick auf die bauliche Barrierefreiheit ist beim Bauvorhaben Bezeichnung des Bauvorhabens vermerken eine schwellenfreie Türkonstruktion der Eingangstüren exakte Kennzeichnungen eintragen erforderlich. Diese sind in der Detailplanung mit Bearbeitungsstand Datum des Bearbeitungsstands als Horizontal und Vertikalschnitt siehe Anlage grafisch dargestellt. Die vertikale Schnittdarstellung stellt den Fußbodenaufbau innerhalb des Gebäudes, die schwellenfreie Türkonstruktion sowie das anschließende Entwässerungssystem dar. Ferner ist die Einbauposition der Bauwerksabdichtung angezeigt. Dabei ist zu beachten, dass die Vorgaben hinsichtlich der Abdichtungsanschlusshöhe und somit die allgemein anerkannten Regeln der Technik nach DIN 18195-4: 2011-12 alternativ, je nach Einbauposition: DIN 18195-5: 2011-12, DIN 18195-9: 2010-05 sowie der Flachdachrichtlinie (Stand 2016-12) für die Ausführung einer schwellenfreien Türkonstruktion nicht eingehalten werden. Daher werden folgende besondere respektive zusätzliche konstruktive Maßnahmen als abdichtungstechnische Sonderlösung – i. S. d. Flachdachrichtlinie (Stand 2016-12) – vorgesehen: › Rinnenförmig gelagerter Entwässerungsrost (mit einem unmittelbaren Entwässerungsanschluss) › Begleitheizung am Rinnenkörper › Überdachung zum Schutz vor Schlagregen und Spritzwasser Die angedachten besonderen bzw. zusätzlichen konstruktiven Maßnahmen haben zum Ziel, das im Bereich vor der Türkonstruktion anfallende Niederschlagswasser bei allen Witterungsbedingungen jederzeit effektiv abzuführen. Durch Alterung der Abdichtungsmaterialien und -anschlüsse sowie aufgrund unterlassener Reinigung des Rinnenkörpers oder Entwässerungsrostes kann es zur unkontrollierten Ableitung von Niederschlag kommen. Dies führt regelmäßig zu konstruktiven Schäden. Aus diesem Grund sind die Funktionsfähigkeit sowie der einwandfreie Zustand der Bauelemente und jeweiligen Anschlusspunkte regelmäßig zu prüfen. Erfolgt dies nicht, ist deren dauerhafte Funktionsfähigkeit nicht sichergestellt.“ 28 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017


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