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TECHNIK & PRODUKTE Türdichtungssystem mit absenkbarer Bodendichtung und vorgelagerter Entwässerungsrinne. Eine absenkbare Bodendichtung im Schnittdetail. anforderungen hinsichtlich des Schlagregenschutzes, der Luftdurchlässigkeit, der Widerstandsfähigkeit bei Windlast sowie die Vorgaben des Wärme- und Schallschutzes erfüllen. Konstruktiv bieten sich hierfür entweder Magnettürdichtungssysteme oder Türdichtungssysteme mit absenkbaren Bodendichtungen an. Bei beiden Varianten ist die Kombination mit einem der Einbausituation entsprechend leistungsfähigen Entwässerungssystem entscheidend. Ein Magnettürdichtungssystem besteht aus einem in den Boden eingelassenen Schwellenprofil mit einer Erhabenheit von etwa 2 mm am inneren und äußeren Schwellenanschluss und einem im unteren Türflügel integrierten Gegenstück. Im Schwellenprofil lagern zwei Magnetstäbe. Im geschlossenen Zustand heben sich die Magnetstäbe an und dichten so den Anschluss ab. Ergänzend kommen weitere Rund- und Lippendichtungen zum Einsatz, die jeweils vor beziehungsweise hinter den Magnetdichtungen angeordnet sind. Gelangen dennoch geringe Mengen an Niederschlag in den Bereich des Türdichtungssystems, wird die Feuchtigkeit im Schwellenprofil kontrolliert abgeleitet. Die zweite Möglichkeit, schwellenlose und dichte Türanschlüsse herzustellen, bieten Systeme mit absenkbaren Bodendichtungen. Im geöffneten Zustand lagert die Bodendichtung im Türflügel. Wird dieser geschlossen, senkt sich die Bodendichtung ab. Alsdann kann die Kippfunktion und die optionale Bodenverrieglung in der Schwelle durch die Betätigung des Fenstergriffs aktiviert werden. Zur kontrollierten Ableitung des unmittelbar an der Tür anfallenden Niederschlags ist als Systembestandteil eine Entwässerungsrinne vorgesehen. Die Einleitung des Niederschlags erfolgt dabei unmittelbar über die Öffnungen im Abdeckrost oder über eine bis zu 4 mm tiefe Absenkung innerhalb des Schwellenprofils. Die wichtigste Aufgabe: Das Wasser muss weg Bei der Planung und Ausführung ist zwischen erd- und dachberührten Einbaupositionen zu unterscheiden. Erdberührte Außen- und Umfassungswände sind nach DIN 18195-4 gegen seitlich auftretende Feuchtigkeit abzudichten. Dabei muss im fertigen Zustand das obere Ende der Abdichtung mindestens 15 cm vertikal über die anschließende Geländeoberfläche reichen. Da das an schwellenfreien Außen- und Fenstertürenkonstruktionen nicht möglich ist, sind besondere Maßnahmen vorzusehen, wie etwa ausreichend dimensionierte Überdachungen und/oder Entwässerungsrinnen. Letztere müssen unmittelbar vor den Türen platziert werden. Bei erdberührten Außen- und Fenstertüren befindet sich das Ent- RECHTSTIPP 1.2017 BARRIEREFREI planen & bauen 25 Grafi k: Grundmeier KG Grafi k: Grundmeier KG Ein Rundschreiben des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden- Württemberg vom 16.12.2014 zur Einführung der DIN 18040-1/-2 stellt klar: „In Fällen, in denen die technische Erforderlichkeit einer Schwelle nur behauptet und nicht substantiiert begründet wird oder in denen die Planung einer schwellenlosen Erschließung gar nur schlicht vergessen wurde, liegen selbstverständlich keine Ausnahmen im Sinne der genannten technischen Regeln vor und es ist auf die Herstellung einer schwellenlosen Erschließung zu dringen.“


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