TECHNIK & PRODUKTE

barrierefrei-planen-bauen-1-2017

TECHNIK & PRODUKTE Beispiel einer schwellenfreien Außentür mit Magnettürdichtungssystem inklusive eines Gitterrostes zur Ableitung von Niederschlag. Schwellenlos kontra dicht? Türkonstruktionen Schwellenfreie Außen- und Fenstertürkonstruktionen müssen sowohl den Anforderungen an die bauliche Barrierefreiheit als auch an die Bauwerksabdichtung entsprechen. Hier sind abdichtungstechnische Sonderlösungen gefragt, die zwischen Planern, Herstellern und Ausführenden sowie Bauherren abzustimmen sind. Sonst droht ein erhöhtes Haftungsrisiko. Nadine Metlitzky und Lutz Engelhardt Schwellen an Eingangstüren waren in der Bauhistorie ein probates Mittel gegen das Eindringen von Niederschlagswasser in den Innenraum. Schon seit den 1970er-Jahren gelten Türschwellen grundsätzlich als Barrieren. Gerade in der heutigen Zeit werden zur Erfüllung bauordnungsrechtlicher Vorgaben für eine barrierefreie Erschließung „schwellenfreie Türen“ gefordert. Dies gilt für öffentlich zugängliche Gebäude ebenso wie für Türen- und Fenstertüren in Gebäuden mit barrierefreien oder rollstuhlgerechten Wohnungen. Die bauordnungsrechtlichen Vorgaben stellen dabei auf die bundeslandspezifischen Technischen Baubestimmungen ab, in die die Normen zum barrierefreien Bauen DIN 18040-1/-2 Eingang gefunden haben. Somit sind diese Vorgaben als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu betrachten, welche im Leitfaden Barrierefreies Bauen durch das Bundesministerium Foto: Alumat Frey GmbH für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bestätigt worden sind. Im begründbaren Einzelfall sehen die Normen zum barrierefreien Bauen aber Ausnahmeregelungen vor, wenn diese „technisch unabdingbar“ sind. Dann – und auch nur dann – dürfen Türanschläge und -schwellen bis zu einer Höhe von maximal 20 mm ausgebildet werden. Das gilt beispielweise für Laborräume, wenn der Verdacht bestünde, dass flüssige Gefahrenstoffe unbeabsichtigt austreten könnten. Ob im konkreten Einzelfall eine Türschwelle oder ein Türanschlag technisch unabdingbar ist, muss anhand objektbezogener und konstruktiver Einflussfaktoren – gegebenenfalls durch einen Sachverständigen – schlüssig nachgewiesen werden. Die Verantwortung zum Nachweis, ob „technisch unabdingbar“ für den Einzelfall gilt, obliegt dem Bauherrn bzw. dem von ihm beauftragten Planer. Zwei Konstruktionsvarianten erfüllen alle technischen Ansprüche Die schwellenfreien Türkonstruktionen müssen neben den Anforderungen an die bauliche Barrierefreiheit auch die Mindest- 24 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017


barrierefrei-planen-bauen-1-2017
To see the actual publication please follow the link above