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KONZEPT & PLANUNG Die Außentreppen sind vom Terrassenbelag farblich abgesetzt, die An- und Austrittsstufe zusätzlich durch weiße Markierungen gekennzeichnet. Gestaltung Wert gelegt. Die Sanitäranlagen wurden großzügig gestaltet und bieten so die nötigen Verkehrsflächen für die erweiterten räumlichen Erfordernisse von Menschen mit Gehhilfen oder Rollatoren und auch Familien mit Kinderwagen. Beim Farbkonzept wurde auf kontrastreiche Materialien geachtet und beispielsweise Sanitärobjekte, WC-Trennwände und Türen entsprechend abgesetzt. Berührungslose Armaturen an den Waschtischen sorgen für die erforderliche Hygiene. Das Leitsystem im Boden wird zusätzlich durch Infotafeln ergänzt. Diese Tafeln weisen auf das Geschoss, die einzelnen Bereiche und Raumbezeichnungen hin, auch in taktiler Schrift. Um die Orientierung zu erleichtern und Raumgrenzen besser erkennen zu können, sind die Raumkanten der Verkehrsflächen durch dunkle Sockelleisten gegenüber den deutlichen helleren Boden- und Wandflächen abgesetzt. In den Bereichen der Holzböden geschieht das mit Holzsockelleisten, im Bereich der Steinböden mit dunklen Steinsockeln. Alle Flure und sonstigen Verkehrsflächen sind ausreichend breit ausgelegt. Allerdings haben die Treppen in den Treppenhäusern 1 bis 4 aufgrund des Bestands- und Denkmalschutzes nicht die erforderlichen Abmessungen zur Barrierefreiheit. Um die Durchgangsbreite nicht noch weiter einzuschränken, wurde der aus Eiche gefertigte Handlauf einfach auf das Um die nutzbare Breite der Bestandstreppen nicht zu verringern, ließen die Bauherren die Handläufe auf das Geländer aufsetzen. Musterplatte des taktilen Leitsystems: Sinuskurve, Abmessungen 15 x 50 cm. Ein Prägeschild an jedem Treppenan- und -austritt gibt in Braille- und erhabener Schrift Auskunft über das Geschoss. Geländer aufgesetzt. An jedem Treppenantritt und -austritt ist im Handlauf ein Prägeschild eingelassen, auf dem in Braille- und Profilschrift sowohl das Geschoss als auch die Handlaufübergänge bezeichnet sind. Die Stufenvorderkanten sind wie die übrigen Stufenbeläge ebenfalls in Naturstein, aber stark kontrastierend in dunkler Farbe ausgeführt. Zwei Gummikanten sorgen zusätzlich für die nötige Rutschhemmung. Auch die gläsernen Panoramaaufzüge sind barrierefrei gestaltet. Sie verfügen über taktile Bedientasten und eine Sprachsteuerung, die bei jedem Halt auf die Geschosse und Säle hinweist. Über die Aufzüge werden alle Saalebenen barrierefrei erschlossen. Das Öffnen und Schließen sämtlicher Türen im öffentlichen Bereich ist mit geringem Kraftaufwand möglich. Türöffner oder automatische Türen unterstützen die freie Zugänglichkeit. Auf diese Art wird in der Kölner Flora eine Atmosphäre geschaffen, in der sich alle Menschen, ob mit oder ohne Einschränkungen, gleichermaßen willkommen und wohlfühlen können. 1.2017 BARRIEREFREI planen & bauen 19 Foto: Köln Kongress GmbH AUTOR Wieland Egger Architekt Egger Kolb Freie Architekten PartGmbB


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