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KONZEPT & PLANUNG Ein kleiner Hublift hilft bei der Überwindung des Niveauunterschieds der beiden Ebenen auf den Caféterrassen . Vom Parkplatz sicher ins Innere geführt Die Barrierefreiheit beginnt schon vor einem Gebäude: Am völlig neu konzipierten Hauptzugang im Nordosten auf dem vorgelagerten Parkplatz stehen bereits zwei ausreichend große barrierefreie Stellplätze zur Verfügung. Das Gebäude selbst hat aber auch eine direkte Taxizufahrt. Der Niveauunterschied zwischen Parkplatz und dem etwas tiefer gelegenen Haupteingang wird entweder über eine breite Treppenanlage oder eine großzügige Rampe überwunden. Die dunklen Treppenstufen heben sich sowohl vom Parkplatz als auch vom rötlich gepflasterten Vorplatz deutlich ab, die Stufenvorderkanten sind zusätzlich kontrastreich gestaltet, was die Wahrnehmbarkeit für Menschen mit Seheinschränkungen deutlich verbessert. Das große Festhaus wird am Haupteingang über einen Windfang mit automatischen Türen betreten. Zur klaren Erkennbarkeit wurden die großflächigen Glasflächen mit Sicherheitsmarkierungen in verschiedenen Höhen bedruckt. Auch die übrigen Treppen auf den Terrassen rund um die Flora sind im Kontrast zu den Außenbelägen farblich abgesetzt, die Stufenvorderkanten am An- wie auch am Austritt betont. Die beiden Terrassen der Außengastronomie im Südwesten der Flora liegen auf unterschiedlichen Niveaus. Zur Überwindung Dunkle, kontrastreich abgesetzte Sockelleisten in Naturstein oder Holz betonen die Raumgrenzen sehr deutlich. dieses Höhenunterschiedes wurde ein Hublift eingebaut, der die verschiedenen Terrassenebenen miteinander verbindet. Zur barrierefreien Erschließung der Caféterrasse vom Botanischen Garten aus wird derzeit eine neue Rampe gebaut. Dazu später mehr. Das Leitsystem zieht sich durch alle Geschosse und Bereiche Alle Ebenen des Gebäudes sind barrierefrei erreichbar und stufen- und schwellenlos zugänglich. Innerhalb des Gebäudes erleichtert ein im Bodenbelag integriertes Leitsystem mit Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern das sichere Auffinden aller öffentlichen Bereiche. Die einzelnen Leitelemente wurden in den Natursteinbelag integriert, z. B. durch auch visuell gut erkennbare, taktile Leitstreifen aus dunklerem Naturstein und direkt in die Solnhofener Platten eingefräste Aufmerksamkeitsfelder. Das Leitsystem führt durch das ganze Gebäude und stellt so auf einfache Weise die uneingeschränkte Erreichbarkeit der verschiedenen Säle und WC-Bereiche in allen Geschossen sicher. Beginnend im Eingangsfoyer führt dieses Leitsystem zu den Aufzügen, zu den Treppenhäusern und den WC-Bereichen im Eingangsgeschoss. Die barrierefreien Toiletten sind nach Geschlechtern getrennt und verfügen über die nötige Ausstattung nach DIN 18040. Aber auch bei den übrigen WC-Bereichen wurde auf eine komfortable Das Leitsystem, bestehend aus auch visuell erkennbaren, Fotos: Wieland Egger taktilen Elementen und eingefrästen Aufmerksamkeitsfeldern, leitet die Besucher durch das Gebäude. DOWNLOADTIPP Leistungen für das Barrierefreie Bauen Vorschlag zu Leistungsbild und Honorierung › Das Leistungsbild fasst die im Rahmen des barrierefreien Bauens nötigen Leistungen erstmals zusammen. Es erleichtert so die sichere, bedarfsgerechte und wirtschaftliche Realisierung der komplexen Anforderungen und Schutzziele. › Die Autoren liefern einen detaillierter Katalog für die einzelnen Leistungssphasen, mit Honorartafel. › Download unter www.barrierefrei planen.de/leistungsbild/ 18 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017


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