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Blick auf die palastartige Flora vom Garten aus. 16 BARRIEREFREI planen & bauen 1.2017 Foto: KölnKongress GmbH KONZEPT & PLANUNG Palastrevolution – so schön kann Barrierefreiheit sein Sanierung Über drei Jahre lang wurde die Kölner Flora saniert, um rechtzeitig zum 150-jährigen Jubiläum in neuem Glanz zu erstrahlen. Als öffentliches Veranstaltungsgebäude für jedermann nutzbar war bei der Sanierung die barrierefreie Erschließung des Gebäudes oberstes Ziel. Es wurde bravourös erreicht. Wieland Egger Das palastartige Festhaus ist nicht nur eine beliebte Eventlocation für alle Arten von Konzerten, Foren und Kongressen in Köln. Auch eine großzügig angelegte, etwa 200 m2 große Außengastronomie bietet den Besuchern des über elf Hektar großen Botanischen Gartens die Möglichkeit zur Entspannung und einen tollen Blick auf die umgebende parkartige Gartenlandschaft. Und Besucher nutzen dieses Angebot reichlich, mehr als eine Million Gäste kommen jedes Jahr hierher. Die Sanierung des Wintergartenpalastes und der Außenanlage mit der klar im Fokus stehenden barrierefreien Neugestaltung war also dringend geboten, damit die Einrichtungen der Flora auch für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, also ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Das zugrunde liegende Konzept berücksichtigte dabei insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung und motorischen Einschränkungen sowie von Personen, die auf Mobilitätshilfen und Rollstühle angewiesen sind. Aber auch alle anderen Personen profitieren, etwa ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit kognitiven Einschränkungen, und können die Anlage aufgrund der hohen Gestaltungsqualität wesentlich besser und leichter nutzen. Bei der Umgestaltung der Flora galt die Maxime: Die beste Barrierefreiheit ist die, die man nicht sieht. Der Anspruch bestand also darin, alle Elemente, die die Nutzung des Gebäudes für Menschen mit Einschränkungen verbessern, so zu integrieren, dass sie zum Bestandteil der Architektur werden und keine Konkurrenz dazu bilden. So war beispielsweise die Integration des Leitsystems von einer intensiver Planung begleitet und mündete in einer nahezu unsichtbaren Verschmelzung der Leitelemente mit der Architektur.


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