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verantwortlich für dieses Projekt. Hier werden Produkte und Dienstleistungen zur Sicherstellung der Barrierefreiheit von Gebäuden untersucht. Die niederländische Sprache fasst die Aspekte der Barrierefreiheit mit einem wunderbaren Wort zusammen. Der Begriff Lebenslaufbeständigkeit spricht für sich selbst und weist viele Schnittstellen zu den generationenübergreifenden Gestaltungsprinzipien des Universal Design auf. Barrierefreiheit entsteht oft auch als ein reines Zufallsprodukt Aus den unterschiedlichsten Motiven beschäftigt sich die Kreativwirtschaft mit den Aspekten der Barrierefreiheit. So entstehen Produkte, die streng nach Lastenheft entwickelt wurden und sich möglichst eng mit der Bedarfslage des Nutzers auseinandersetzen. Dass Industriedesign im Sinne eines marketingorientierten Denkansatzes Produkte hervorbringt, deren Nutzung auch Spaß machen kann, ist im Kontext der Gestaltung von barrierefreien Lösungen manchmal Absicht und – bei genauerer Betrachtung – manchmal auch Zufall. Ein Paradebeispiel für Letzteres stellt die aus einer einzigen Aluminiumplatte geschnittene und anschließend gebogene Tisch-Sitz-Kombination des aus Flandern stammenden Herstellers Extremis dar. Eigentlich entwickelt für den Einsatz auf kleinen Flächen im Innen- und Außenbereich erschließt sich dem Nutzer mit Handicap der barrierefreie Charakter dieses Objektmöbels völlig intuitiv und selbstverständlich. Alle anderen Nutzer müssen erst zwei Mal hinschauen, um diese versteckten Qualitäten zu entdecken. Liegt hingegen ein exaktes Lastenheft vor und gehen die Designer gut gebrieft ans Werk, entstehen Produkte wie der mit einem Handlauf ausgestattete Tisch des jungen Designerteams Mormor aus Leipzig. Wo normalerweise der Handlauf im Flur aufhört, wird er hier in sinnvoller Kombination mit einem Möbel zu einer zusätzlichen Greifmöglichkeit. Stürze werden verhindert, das Aufstehen und Hinsetzen erleichtert und das alles, ohne sofort ins Auge zu fallen. An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, das ganze Raumgefüge und nicht nur seine einzelnen Bestandteile zu fokussieren. Die Adlerperspektive verschafft den nötigen Überblick über das große Ganze. Von diesen gelungenen Gestaltungsbeispielen brauchen wir deutlich mehr. Dann sehen wir auch den Wald trotz der vielen Bäume wieder und die Suche nach unsichtbaren Lösungen zur barrierefreien Gestaltung wird von Erfolg gekrönt sein. AUTOR Michael Schlenke ist Diplom-Betriebswirt und Universal-Design-Experte. Sein Schwerpunkt liegt in der Produkt- und Strategieentwicklung im Umfeld des demografischen Wandels. Als freier Journalist schreibt er regelmäßig Fachartikel und hält europaweit Vorträge. www.the-caretakers.com 1.2017 BARRIEREFREI planen & bauen Nur bei Hörmann Delta D, Düsseldorf Barrierefrei, sicher und transparent • T30 Automatik-Schiebetüren: Feuerschutz, Transparenz und Barriere freiheit in einem Element • Fluchtweg-Schiebetür-Kombination mit Feuerschutztüren: die zugelassene Lösung für Flucht- und Rettungswege mit Brandschutz Anforderungen • Schiebetür-RC 2-Sicherheitskombination mit Rollgitter: mehr Komfort am Tag, mehr Sicherheit in der Nacht


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