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Stephanie Hess Ich wünsche mir, dass das Thema unvoreingenommener angegangen wird, und zwar von allen Beteiligten. Der Leitfaden Barrierefreies Bauen fordert für Baumaßnahmen des Bundes ein Barrierefrei-Konzept und einen detaillierten Nachweis der Maßnahmen. Die Bundesländer ziehen nach. Was wird da konkret dargestellt? Stephanie Hess: Das Besondere des Barrierefrei Konzeptes ist, dass die Barrierefreiheit für ein bestimmtes Gebäude konkret beschrieben und dargestellt wird. Es geht also nicht darum, Anforderungen und Schutzziele aus der Norm abzuschreiben, sondern aufzuzeigen, wie die barrierefreie Lösung im Einzelnen aussehen soll. Ein solches Konzept ist eine Kombination aus Erläuterungsbericht und ergänzenden Plänen. Mithilfe dieser Barrierefrei Pläne wird auch für Baulaien klar, was im Gebäude in Sachen Barrierefreiheit alles vorgesehen ist. Das heißt, durch diese fundierte und detaillierte Planung sparen Sie später Aufwand und Kosten, weil von vornherein klar ist, wie die Lösung aussehen soll? Stephanie Hess: Genau. Es kommt immer noch vor, dass am Ende das böse Erwachen kommt, weil irgendetwas vergessen wurde und teuer nachgerüstet werden muss. Diese Kosten können vermieden werden, denn das Barrierefrei-Konzept bietet eine sehr transparente Planungsgrundlage. Alle Baubeteiligten wissen während der gesamten Planungs- und Bauphase, was sie in Sachen Barrierefreiheit zu leisten haben. Natürlich dient das Konzept auch zur Abstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde Nadine Metlitzky: Ich wünsche mir, dass die Energie, die heute gegen das barrierefreie Bauen aufgewendet wird, in Zukunft dafür eingesetzt wird. und den Behindertenverbänden. Es ist die Dokumentation des Konsens, der in den gemeinsamen Abstimmungen geschaffen wurde. Eine abschließende Frage: Wo wird das Thema Barrierefreiheit in zehn Jahren stehen? Stephanie Hess: Ich wünsche mir, dass das Thema unvoreingenommener angegangen wird, und zwar von allen Beteiligten. Zum einen von den Bauherren, die ihre Architekten damit beauftragen, barrierefrei zu planen. Zum anderen von den Architekten und Fachplanern, sodass sie die Chancen hinter diesem Zukunftsthema erkennen. Das bedingt auch, dass der Architektennachwuchs im Studium darauf vorbereitet wird, Barrierefreiheit als selbstverständlich zu betrachten. Heute stellt sich ja auch keiner mehr die Frage, ob man ein Gebäude dämmen sollte, um Energie zu sparen. Nadine Metlitzky: Ich wünsche mir, dass die Energie, die heute noch gegen das barrierefreie Bauen aufgewendet wird, in Zukunft dafür eingesetzt wird. Ich erlebe oft, wie viel Aufwand betrieben wird, um darum herumzukommen. Wenn man diese Energie investieren würde, um zu überlegen, was barrierefrei konkret bedeutet, dann wären wir schon einen Schritt weiter. Es gilt leider noch zu oft der Slogan: Das haben wir schon immer so gemacht. Aber diese Haltung funktioniert nicht, wenn man für die Zukunft bauen will. Barrierefrei innen Hörgerätetaugliche Hörer, wenige Tasten, eindeutige Symbole – Siedle-Produkte zeigen, wie sich geltende Normen bedarfsgerecht erfüllen lassen. www.siedle.de / barrierefrei 1.2017 BARRIEREFREI planen & bauen 11 Meiré und Meiré


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