Wohnraumförderung WFB 2022 – NRW

Über 20.000 Euro als Zusatzdarlehen für ein Mehr an Barrierefreiheit, z.B. für Nullschwellen oder elektrische Türantriebe!
Die neuen Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB) sind am 10. Februar 2022 erlassen worden. In Bezug auf das barrierefreie Wohnen sind die wesentlichen Punkte gleich geblieben. Darlehen können z.B. für folgende barrierefreie Maßnahmen in Mietwohnungen gewährt werden:

  • Für Türen mit elektrischer Bedienung innerhalb der Wohnung gibt es pauschal 1.500 €/Tür.
  • Für elektrisch bedienbare Hauseingangstüren, Wohnungseingangstüren oder Brandschutztüren gibt es 3.000 €/Tür.
  • Türen mit Nullschwellen zu Balkon, Terrasse oder als Hauseingang können zusätzlich mit 1.000 €/Tür gefördert werden.
  • Für jede rollstuhlgerechte, unterfahrbare Küche gibt es 5.000 Euro.
  • Die Förderung für Mietwohnraum für Rollstuhlnutzende oder Menschen mit Schwerbehinderung bleibt pauschal bei 7.000 Euro. 

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Wohnungen sind auch zukünftig nur dann förderbar, wenn sie barrierefrei im Sinne der aktuellen VV TB NRW sind – und das unabhängig von Gebäudeklasse und Geschossanzahl. Mehr zu den Anforderungen nach VV TB NRW hier >>

Neu: Höherer Familienbonus und höheres Grunddarlehen für Einrichtungen mit Leistungsangeboten für Menschen mit Behinderung

In den Wohnraumförderungsbestimmungen 2022 sind nicht nur Fördermöglichkeiten für Mietwohnungen aufgeführt. Auch für selbst genutztes Wohneigentum ist bei Schwerbehinderung eine finanzielle Unterstützung möglich. So kann im Rahmen eines Familienbonus jeder zum Haushalt gehörenden Person mit Schwerbehinderung ein Zusatzdarlehen in Höhe von 20.000 Euro gewährt werden. Das sind 2.500 Euro mehr als bisher.

Für den Neubau von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung können ab jetzt 60.500 Euro beantragt werden, wenn sie barrierefrei ausgestattet sind. Sind sie darüber hinaus auch rollstuhlgerecht geplant, ist eine Unterstützung von 70.600 Euro möglich. Für Bestandsänderung zu Gunsten einer barrierefreien und rollstuhlgerechten Einrichtung gibt es immerhin bis zu 56.800 Euro.

Und auch Wohnraum für Auszubildende und Studierende sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen können hinsichtlich der Barrierefreiheit gefördert werden, wenn sie eine bestimmte Ausstattung aufweisen.

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Nachfolgend die wichtigsten NRW-Regeln zur Förderung der Barrierefreiheit als Volltextauszug:

Wohnraumförderungsbestimmungen NRW (WFB 2022)
Vom 2. Februar 2022 (Auszüge)

2. Förderung von Mietwohnraum
2.5.6 Zusatzdarlehen für ein Mehr an barrierefreiem Wohnen
Für den Einbau einer elektrisch bedienbaren Tür kann ein Zusatzdarlehen in Höhe von 1.500 Euro je Tür in der Wohnung und 3.000 Euro je Hauseingangstür, Wohnungseingangstür und Brandschutztür bewilligt werden.
Für Wohnraum für Rollstuhlnutzende oder Menschen mit Schwerbehinderung kann ein Zusatzdarlehen von pauschal 7.000 Euro je Wohnung bewilligt werden, wenn die Wohnungen für diese Personengruppen in der Förderzusage zweckgebunden werden. Dieses Zusatzdarlehen erhöht sich
a) für jede Tür mit Nullschwelle zum Freibereich (Hauseingang, Terrasse, Balkon) pauschal um 1.000 Euro und
b) für eine rollstuhlgerechte, unterfahrbare Einbauküche pauschal um 5.000 Euro.
Der Wohnraum für Rollstuhlnutzende muss den Vorgaben der Nummer 4.2.3 entsprechen.
Die Bewilligung des Zusatzdarlehens für Wohnraum, der Menschen mit Schwerbehinderung vorbehalten ist, setzt die Vorlage eines Konzeptes zum inklusiven Wohnen und Betreuen bei der Bewilligungsbehörde sowie eine entsprechende Bedarfsbestätigung durch die zuständige Stelle voraus.
[…]

4. Städtebauliche und technische Fördervoraussetzungen für Mietwohnraum
4.2 Barrierefreiheit
Die Förderung von Mietwohnraum, Gemeinschaftsräumen oder Infrastrukturräumen setzt voraus, dass unabhängig von der Gebäudeklasse und der Anzahl der Geschosse die Anforderungen an die Barrierefreiheit entsprechend der Anlage A 4.2/3 des Runderlasses des Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen NRW“ vom 15. Juni 2021 (MBl. NRW. S. 444) in der jeweils geltenden Fassung (im Folgenden VV TB NRW genannt), erfüllt werden.
Wohnungen einschließlich notwendiger Abstellflächen oberhalb oder unterhalb der Eingangsebene, die für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zweckgebunden sind, müssen mit einem Aufzug erreichbar sein.
[…]

4.2.2 Mieteinfamilienhäuser und Maisonettewohnungen
Wohnraum in Mieteinfamilienhäusern und Maisonettewohnungen kann gefördert werden, wenn die Barrierefreiheit nur im Erdgeschoss beziehungsweise im Eingangsgeschoss erfüllt wird und sich in diesem Geschoss die Küche, mindestens ein Wohnraum sowie ein barrierefreier Sanitärraum befinden. Dieser darf auch in einem anderen Geschoss liegen, sofern eine Treppe dorthin führt, die mit einem Treppenlift nachgerüstet werden oder die barrierefreie Zugänglichkeit auf andere Weise hergestellt werden kann.

4.2.3 Wohnungen für Rollstuhlnutzende
Werden Wohnungen für Rollstuhlnutzende zweckgebunden, ist folgendes zu beachten:
a) Die Wohnungen müssen stufen- und schwellenlos erreichbar sein und dürfen keine unteren Türanschläge und Schwellen aufweisen.
b) Bei der Planung der Wohnungen sind zusätzliche Anforderungen der DIN 18040-2:2011-09 an Türen gemäß Nummer 4.3.3, an die barrierefreie Erreichbarkeit von Bedienelementen gemäß Nummer 4.5.2 Satz 2 und alle mit R gekennzeichneten Regelungen zu beachten.
c) Bedienelemente und Stützen im Sinne der Nummer 5.5.3 Sätze 5 bis 8 der DIN 18040-2:2011-09 müssen nicht eingebaut werden, aber nachrüstbar sein.
d) Die erforderlichen notwendigen Bewegungsflächen für das Bett können bei Wohnungen für eine Person statt im Schlafzimmer auch im Wohnzimmer nachgewiesen werden.
e) Das Achsmaß von Greifhöhen und Bedienhöhen von Türdrückern darf auch in Gebäuden mit Wohnungen für Rollstuhlnutzende innerhalb und außerhalb der Wohnung zwischen 85 und105 Zentimetern betragen.
[…]

4.3.4 Wohnflächenuntergrenzen und Wohnflächenobergrenzen
4.3.4.1 Mietwohnraum

Förderfähig sind nur Wohnungen, die nach Wohnfläche und Zimmerzahl dem von der Bewilligungsbehörde festgestellten örtlichen Bedarf entsprechen. […]
Die Wohnflächenobergrenzen für Wohnungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Wohnflächenobergrenze bei Wohnungen bestehend aus: Barrierefrei
(Nummer 4.2)
barrierefrei mit
zusätzlicher Badewanne
 Rollstuhlnutzung
1 Zimmer, Küche, Nebenräume  47 m²  52 m²  55 m²
2 Zimmer, Küche, Nebenräume  62 m²  67 m²  70 m²
3 Zimmer, Küche, Nebenräume  77 m²  82 m² 87 m²
4 Zimmer, Küche, Nebenräume  92 m²  97 m²  102 m²
5 Zimmer, Küche, Nebenräume  107 m²  112 m²  117 m²

 Zimmer im Sinne der Tabelle sind auch Zimmer, in die eine Küche integriert ist (Wohnküche). Bei Wohnungen mit mehr als fünf Zimmern erhöhen sich die Wohnflächenobergrenzen um 15 Quadratmeter für jeden zusätzlichen Raum.

4.3.4.2 Überschreitung der Wohnflächenobergrenzen aus planerischen Gründen
Sofern es aus planerischen Gründen zweckmäßig ist, kann die Bewilligungsbehörde eine Überschreitung der Wohnflächenobergrenzen gemäß Nummer 4.3.4.1 Sätze 6 bis 8 um bis zu fünf Quadratmeter und bei einer Nutzungsänderung im Sinne von § 8 Absatz 4 Nummer 3 WFNG NRW auch darüber hinaus zulassen. Planerische Gründe sind beispielsweise die Notwendigkeit der Schaffung von Kellerersatzräumen oder eines Rollstuhlabstellplatzes nach Nummer 4.3.8 DIN 18040-2:2011-09 in der Wohnung, die Schließung von Baulücken oder vergleichbare bauliche Besonderheiten.
[…]

5. Förderung von selbst genutztem Wohnungseigentum
5.2 Zielgruppe
Gefördert werden Haushalte mit mindestens einer […]

b) Person mit Schwerbehinderung,
[…]

5.5.3 Zusatzdarlehen Familienbonus
Für jedes zum Haushalt gehörende Kind sowie für jede zum Haushalt gehörende Person mit Schwerbehinderung (soweit nicht bereits als Kind berücksichtigt) kann ein Familienbonus in Höhe von 20.000 Euro als Zusatzdarlehen gewährt werden.

5.5.4 Zusatzdarlehen für barrierefreie Objekte
Für barrierefreie Objekte entsprechend Nummer 4.2 kann ein Zusatzdarlehen in Höhe von 10.000 Euro gewährt werden.

7. Förderung von Wohnraum für Mensch mit Behinderungen in Einrichtungen mit umfassendem Leistungsangebot
7.1 Fördergegenstände

Gefördert wird Wohnraum in Einrichtungen mit umfassendem Leistungsangebot, die durch die nachfolgenden Qualitätsvorgaben in besonderem Maße geeignet sind, die Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion der Bewohnerinnen und Bewohner im Sinne des Übereinkommens der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu erfüllen, welches mit dem Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie zu dem Fakultativprotokoll vom 13. Dezember 2006 zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BGBl. II 2008 S. 1419) umgesetzt wurde.
2Gefördert wird die Neuschaffung von Wohnplätzen durch a) Neubau eines selbstständigen Gebäudes,
b) Änderung, Nutzungsänderung und Erweiterung von Gebäuden oder c) Änderung von bestehenden Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zur Anpassung an geänderte Wohnbedürfnisse. […]

7.5.1 Grunddarlehen
Das Grunddarlehen beträgt für jeden Wohnplatz nach Nummer 7.4.3.1 und 7.4.3.2:

Maßnahmen nach
Nummer 7.1
Buchstabe a)
Maßnahmen nach
Nummer 7.1
Buchstaben b) und c)
Barrierefrei  60 500 Euro  47 400 Euro
Uneingeschränkte
Rollstuhlnutzung
 70 600 Euro  56 800 Euro

Für die Neuschaffung von Gemeinschaftsräumen nach Nummer 7.4.3.1 Buchstabe a), 7.4.3.2 Buchstabe b) und 7.4.3.4 Buchstabe b) wird das Grunddarlehen um 1 500 Euro je Quadratmeter Nutzfläche, höchstens um 300 000 Euro erhöht. Bei der Berechnung des Erhöhungsbetrages ist von der auf volle Quadratmeter aufgerundeten Fläche der zuvor addierten Teilflächen auszugehen. 4Der so ermittelte Betrag ist auf zwei Nachkommastellen zu runden.

 

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