NRW: Wohnraumförderung WFB 2021

Quelle: MHKBG NRW

Neue Fördergelder für ein Mehr an Barrierefreiheit – insbesondere für Türantriebe und Nullschwellen! Ziemlich genau ein Jahr nach Veröffentlichung der 2020er NRW-Wohnraumförderungsbestimmungen sind am 2. Februar 2021 die neuen NRW-Förderregeln WBF 2021 bekannt gegeben worden. Mehr Geld gibt es jetzt u.a. für elektrische Türen:

  • Für Türen mit elektrischer Bedienung innerhalb der Wohnung gibt es pauschal 1.500 €/Tür.  Und das nicht mehr wie bisher nur für Wohnungen für Rollstuhlnutzer oder Schwerbehinderte, sondern für alle.
  • Neu:  Für elektrisch bedienbare Hauseingangstüren, Wohnungseingangstüren oder Brandschutztüren gibt es jetzt sogar 3.000 €/Tür.

Die Förderung für Mietwohnraum für Rollstuhlnutzende bleibt pauschal bei 7.000 Euro. Türen mit Nullschwellen zum Balkon, Terrasse oder als Hauseingang können zusätzlich mit 1.000 €/Tür gefördert werden. Für eine rollstuhlgerechte, unterfahrbare Küche gibt es 5.000 Euro.
Wohnungen sind auch zukünftig nur dann förderbar, wenn sie barrierefrei im Sinne der aktuellen VV TB NRW sind – und das unabhängig von Gebäudeklasse und Geschossanzahl. Mehr zu den Anforderungen nach VV TB NRW hier >>

Detaillierte Vorgaben in Sachen Barrierefreiheit, Nachrüstung und Rollstuhl-Wohnungen

Die Anlage 1 der 2020er-Wohnraumförderungsbestimmungen entfällt. Statt dessen sind die Vorgaben zum Barrierefreien Bauen, insbesondere zur Nachrüstbarkeit und zu Bewegungsflächen sowie zu R-Wohnungen in der aktuellen Version unter Punkt 4: Städtebauliche und technische Fördervoraussetzungen für Mietwohnraum aufgeführt.

In den Wohnraumförderungsbestimmungen 2021 sind jedoch nicht nur Fördermöglichkeiten für Mietwohnungen aufgeführt. Auch für selbst genutztes Wohneigentum ist bei Schwerbehinderung eine finanzielle Unterstützung möglich. So kann im Rahmen eine Familienbonus jeder zum Haushalt gehörenden Person mit Schwerbehinderung ein Zusatzdarlehen in Höhe von 17.500 Euro gewährt werden.

Und auch Wohnraum für Auszubildende und Studierende sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen können hinsichtlich der Barrierefreiheit gefördert werden, wenn sie eine bestimmte Ausstattung aufweisen.

Fördergelder nutzen + Wohnungen barrierefrei gestalten
Der „Atlas barrierefrei bauen“ zeigt wie’s geht und liefert Planungstipps, Lösungsvarianten sowie zahlreiche Beispiele für eine barrierefreie Gestaltung im Neubau und Bestand. Mehr Infos hier >>

Nachfolgend die wichtigsten NRW-Regeln zur Förderung der Barrierefreiheit als Volltextauszug:

Wohnraumförderungsbestimmungen NRW (WFB 2021)

Vom 2. Februar 2021 (Auszüge)

2. Förderung von Mietwohnraum
2.5.3 Zusatzdarlehen für  besondere Wohnumfeldqualitäten
Sofern auf dem Baugrundstück besonders qualitätsvoll gestaltete Anlagen hergestellt werden, die […]
b) alternative, barrierefrei erreichbare Nahmobilitätsangebote bieten (zum Beispiel Carsharing, geschützte Abstellanlagen für (Lasten-) Fahrräder, Ladestationen für Elektromobilität), wenn gleichzeitig der in der Baugenehmigung festgesetzte Stellplatzschlüssel maximal 0,5 pro geförderter Wohnung beträgt oder
[…]

2.5.6 Zusatzdarlehen für ein Mehr an barrierefreiem Wohnen
Für den Einbau einer elektrisch bedienbaren Tür kann ein Zusatzdarlehen in Höhe von 1.500 Euro je Tür in der Wohnung und 3.000 Euro je Hauseingangstür, Wohnungseingangstür und Brandschutztür bewilligt werden.
Für Wohnraum für Rollstuhlnutzende oder Menschen mit Schwerbehinderung kann ein Zusatzdarlehen von pauschal 7.000 Euro je Wohnung bewilligt werden, wenn die Wohnungen einer dieser Personengruppen vorbehalten werden. Dieses Zusatzdarlehen erhöht sich
a) für jede Tür mit Nullschwelle zum Freibereich (Hauseingang, Terrasse, Balkon) pauschal um 1.000 Euro und
b) für eine rollstuhlgerechte, unterfahrbare Einbauküche pauschal um 5.000 Euro.
Der Wohnraum für Rollstuhlnutzende muss den Vorgaben der Nummer 4.2.3 entsprechen.
Die Bewilligung des Zusatzdarlehens für Wohnraum, der Menschen mit Schwerbehinderung vorbehalten ist, setzt die Vorlage eines Konzeptes zum inklusiven Wohnen und Betreuen bei der Bewilligungsbehörde sowie eine entsprechende Bedarfsbestätigung durch die zuständige Stelle voraus.
[…]

4. Städtebauliche und technische Fördervoraussetzungen für Mietwohnraum
4.2 Barrierefreiheit
Die Förderung von Mietwohnraum, Gemeinschaftsräumen oder Infrastrukturräumen setzt voraus, dass unabhängig von der Gebäudeklasse und der Anzahl der Geschosse die Anforderungen an die Barrierefreiheit entsprechend der Anlage A 4.2/3 des Runderlasses des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung „Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen NRW“ vom 7. Dezember 2018 (MBl. NRW. S. 775) in der jeweils geltenden Fassung (im Folgenden VV TB NRW genannt), erfüllt werden.
Wohnungen einschließlich notwendiger Abstellflächen oberhalb oder unterhalb der Eingangsebene, die für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zweckgebunden sind, müssen mit einem Aufzug erreichbar sein.
[…]

4.2.2 Mieteinfamilienhäuser und Maisonettewohnungen
Wohnraum in Mieteinfamilienhäusern und Maisonettewohnungen kann gefördert werden, wenn die Barrierefreiheit nur im Erdgeschoss beziehungsweise im Eingangsgeschoss erfüllt wird und sich in diesem Geschoss die Küche, mindestens ein Wohnraum sowie ein barrierefreier Sanitärraum befinden. Dieser darf auch in einem anderen Geschoss liegen, sofern eine Treppe dorthin führt, die mit einem Treppenlift nachgerüstet werden oder die barrierefreie Zugänglichkeit auf andere Weise hergestellt werden kann.

4.2.3 Wohnungen für Rollstuhlnutzende
Werden Wohnungen für Rollstuhlnutzende zweckgebunden, ist folgendes zu beachten:
a) Die Wohnungen müssen stufen- und schwellenlos erreichbar sein und dürfen keine unteren Türanschläge und Schwellen aufweisen.
b) Bei der Planung der Wohnungen sind zusätzliche Anforderungen der DIN 18040-2:2011-09 an Türen gemäß Nummer 4.3.3, an die barrierefreie Erreichbarkeit von Bedienelementen gemäß Nummer 4.5.2 Satz 2 und alle mit R gekennzeichneten Regelungen zu beachten.
c) Bedienelemente und Stützen im Sinne der Nummer 5.5.3 Sätze 5 bis 8 der DIN 18040-2:2011-09 müssen nicht eingebaut werden, aber nachrüstbar sein.
d) Die erforderlichen notwendigen Bewegungsflächen für das Bett können bei Wohnungen für eine Person statt im Schlafzimmer auch im Wohnzimmer nachgewiesen werden.
e) Das Achsmaß von Greifhöhen und Bedienhöhen von Türdrückern darf auch in Gebäuden mit Wohnungen für Rollstuhlnutzende innerhalb und außerhalb der Wohnung zwischen 85 und105 Zentimetern betragen.
[…]

4.3.4 Wohnflächenuntergrenzen und Wohnflächenobergrenzen
4.3.4.1 Mietwohnraum

Förderfähig sind nur Wohnungen, die nach Wohnfläche und Zimmerzahl dem von der Bewilligungsbehörde festgestellten örtlichen Bedarf entsprechen. […]
Die Wohnflächenobergrenzen für Wohnungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Wohnflächenobergrenze bei Wohnungen bestehend aus: Barrierefrei
(Nummer 4.2)
barrierefrei mit
zusätzlicher Badewanne
 Rollstuhlnutzung
1 Zimmer, Küche, Nebenräume  47 m²  52 m²  55 m²
2 Zimmer, Küche, Nebenräume  62 m²  67 m²  70 m²
3 Zimmer, Küche, Nebenräume  77 m²  82 m² 87 m²
4 Zimmer, Küche, Nebenräume  92 m²  97 m²  102 m²
5 Zimmer, Küche, Nebenräume  107 m²  112 m²  117 m²

 Zimmer im Sinne der Tabelle sind auch Zimmer, in die eine Küche integriert ist (Wohnküche). Bei Wohnungen mit mehr als fünf Zimmern erhöhen sich die Wohnflächenobergrenzen um 15 Quadratmeter für jeden zusätzlichen Raum.

4.3.4.2 Überschreitung der Wohnflächenobergrenzen aus planerischen Gründen
Sofern es aus planerischen Gründen zweckmäßig ist, kann die Bewilligungsbehörde eine Überschreitung der Wohnflächenobergrenzen gemäß Nummer 4.3.4.1 Sätze 6 bis 8 um bis zu fünf Quadratmeter und bei einer Nutzungsänderung im Sinne von § 8 Absatz 4 Nummer 3 WFNG NRW auch darüber hinaus zulassen. Planerische Gründe sind beispielsweise die Notwendigkeit der Schaffung von Kellerersatzräumen oder eines Rollstuhlabstellplatzes nach Nummer 4.3.8 DIN 18040-2:2011-09 in der Wohnung, die Schließung von Baulücken oder vergleichbare bauliche Besonderheiten.
[…]

5. Förderung von selbst genutztem Wohnungseigentum
5.2 Zielgruppe
Gefördert werden Haushalte mit mindestens einer […]

b) Person mit Schwerbehinderung,
[…]

5.5.3 Zusatzdarlehen Familienbonus
Für jedes zum Haushalt gehörende Kind sowie für jede zum Haushalt gehörende Person mit Schwerbehinderung (soweit nicht bereits als Kind berücksichtigt) kann ein Familienbonus in Höhe von 17.500 Euro als Zusatzdarlehen gewährt werden.

5.5.4 Zusatzdarlehen für barrierefreie Objekte
Für barrierefreie Objekte entsprechend Nummer 4.2 kann ein Zusatzdarlehen in Höhe von 10.000 Euro gewährt werden.

 

Immer aktuell informiert mit dem kostenlosen, monatlichen bfb-Newsletter!

Gleich anmelden + keine Infos mehr verpassen >>