Brandschutz – Barrierefreie Arbeitsstätten | ASR A2.2 + ASR V3a.2

Wandmontierte Blitzleuchten zur Alarmierung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip (Quelle: Atlas barrierefrei bauen)

Die Technischen Regeln für barrierefreie Arbeitsstätten wurden fortgeschrieben. Der neue Anhang A2.2 zur ASR V3a.2 Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten liefert ergänzende Anforderungen zur ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brändeund formuliert dazu weitreichende Anforderungen und beispielhafte Lösungen.  Grundsätzlich sind die Belange von Beschäftigten mit Behinderungen zu berücksichtigen – bei Brandmelde- und Feuerlöschanlagen, bei Maßnahmen zur Branderkennung und Brandvermeidung sowie bei der Alarmierung. Je nach Auswirkung der jeweiligen Behinderung sind insbesondere diese vier Aspekte zu beachten:

  • Wahrnehmbarkeit
  • Erkennbarkeit
  • Erreichbarkeit
  • Nutzbarkeit
Mehr Infos und BestellungTipp: Beispiele und Praxislösungen
Mehr zum Thema Anforderungen und Lösungen sowie zahlreiche Praxisbeispiele für barrierefreien Brandschutz finden Sie im Atlas barrierefrei bauen im Kap. A4 Brandschutz. Mehr Infos >>

Die 6 wichtigsten Anforderungen im Überblick:

  1. Alarmierung: Sicherheitsrelevante Informationen müssen auch von Beschäftigten mit Behinderungen wahrgenommen werden können (ZweiSinnePrinzip):
    bei visuellen Einschränkungen durch akustische oder taktile Alarmsignale (z.B. Sprachalarmanlagen, akustische Signalgeber (Hupen, Sirenen etc.) oder Vibrationsalarm mit mobilen Endgeräten), bei Höreinschränkungen durch taktile oder visuelle Alarmsignale (z.B. Vibrationsalarm mit mobilen Endgeräten, Funkmelder, digitale Melder oder Anzeige auf Bildschirmen).
  2. Nichtautomatische Brandmelder müssen für Beschäftigte mit Behinderungen wahrnehmbar, erkennbar, erreichbar und nutzbar sein:
    bei S
    ehbehinderung visuell kontrastierend, bei Blindheit taktil erfassbar, für Rollstuhlnutzer und kleinwüchsige Beschäftigte erreichbar bzw. anfahrbar.
  3. Notrufe muss verständlich übermittelt werden:
    bei Sprach-oder Hörbehinderung z.B. durch einen vorgefertigten Notruf (Telefon mit Notrufeinrichtung, Notfallfax etc.), bei eingeschränkter Motorik z.B. durch Sprachsteuerung, bei Sehbehinderung oder Blindheit durch Telefon mit Notruftaste.
  4. Feuerlöscheinrichtungen müssen ebenfalls erreichbar bzw. anfahrbar sein, ggf. sind Feuerlöscher mit geringem Gewicht am Arbeitsplatz erforderlich.
  5. Organisatorische Maßnahmen / Evakuierung: Darüber hinaus sind ggf. weitere notwendige Maßnahmen im Rahmen der Gefährungsbeurteilung zu ermitteln, z.B. besondere Verhaltensregeln im Brandfall, Patenschaften etc.
  6. Brandschutzordnung / Flucht- und Rettungspläne: Verständliche Übermittlung sicherstellen, z.B. Zwei-Sinne-Prinzip, Leichte Sprache etc.

 

Veranstaltungstipp: Mehr zum Thema Barrierefreie Arbeitsstätten erfahren Sie beim 2. Symposium Brandschutz & Barrierefreiheit am 17. November 2021.