Beherbergungsstätten NRW | Sonderbauverordnung NRW

Die Sonderbauverordnung NRW wurde geändert und damit endlich an die BauO NRW 2018 angepasst. Beherbergungsstätten werden nun in Bezug auf die Barrierefreiheit prinzipiell wie Wohnungen behandelt. Abweichungen waren bisher möglich, wenn die Maßnahmen einen unverhältnismäßigen Mehraufwand erforderten. Dieser wird nun mit Verweis auf Absatz 3 BauO NRW 2018 stärker eingeschränkt: „ … die Anforderungen … gelten jeweils nicht, soweit die Anforderungen wegen schwieriger Geländeverhältnisse oder wegen ungünstiger vorhandener Bebauung nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können.“ 

Unsere Synopse stellt die alten und neuen Anforderungen gegenüber. Die Änderungen treten ab dem 15. November 2019 in Kraft:

§ 56 Barrierefreie Beherbergungsstätten

(Auszug SonderbauVO NRW, alte Fassung)

§ 56 Barrierefreie Beherbergungsstätten

(Auszug SonderbauVO NRW, Änderung vom 2. August 2019, gültig ab 15. November 2019)

„Mindestens 10 Prozent der Gastbetten müssen in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume barrierefrei, aber nicht rollstuhlgerecht sind.

In Beherbergungsstätten mit mehr als 30 Gastbetten müssen

1. mindestens 20 Prozent der Gastbetten in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume barrierefrei, aber nicht rollstuhlgerecht sind und

2. mindestens ein Prozent der Gastbetten in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar und für zwei Gastbetten geeignet sind.

Die nach Satz 2 Nummer 2 erforderlichen Räume können auf die Räume nach Satz 2 Nummer 1 angerechnet werden. Abweichungen von den Anforderungen der Sätze 1 und 2 können zugelassen werden, wenn die Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit einen unverhältnismäßigen Mehraufwand erfordern.“ 

„Mindestens 10 Prozent der Gastbetten müssen in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume den Anforderungen an barrierefrei und eingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen gemäß § 49 Absatz 1 BauO NRW 2018 entsprechen.

In Beherbergungsstätten mit mehr als 30 Gastbetten müssen

1. mindestens 20 Prozent der Gastbetten in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume den Anforderungen nach Satz 1 entsprechen und

2. mindestens ein Prozent der Gastbetten in Beherbergungsräumen liegen, die einschließlich der zugehörigen Sanitärräume barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar und für zwei Gastbetten geeignet sind.

Die nach Satz 2 Nummer 2 erforderlichen Räume können auf die Räume nach Satz 2 Nummer 1 angerechnet werden. Für die Anforderungen der Sätze 1 und 2 gilt § 49 Absatz 3 BauO NRW 2018 entsprechend.“ 

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Bedarfsgerecht barrierefrei gestalten
Der „Atlas barrierefrei bauen“ zeigt, wie’s geht und liefert Anforderungen, Lösungsvarianten sowie zahlreiche Beispiele für eine barrierefreie Gestaltung im Neubau und Bestand.